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Battle Angel Alita

           Titel:    Battle Angel Alita (GUNNM-Rusty Angel/ GUNNM-Tears Sign )
Produktion:    © 1993 Yukito Kishiro/ Business Jump/ Shueisha/ KSS Inc./MOVIC
 Spieldauer:    54 min
      Version:    dubbed, PAL, 15
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

Review 004, vom 06. 03. 00

    Einer meiner Lieblingstitel im Animeeinerlei. Er handelt von einer Zukunft in der die Synonyme: Himmel und Höhle oder Up- und Down- Town eine völlig neue und vor allem mehr plastische Bedeutung bekommen. In dieser Zukunft ist es möglich alle Organe des Menschen durch ein Lifesupportsystem zu ersetzten, an den man den Kopf anscheinend nur noch anzuschließen braucht. Bis auf die Wirbelsäule kann alles leicht ersetzt oder gleich ganz weggelassen werden. Es ist möglich den ganzen Körper durch jeden x-beliebigen Künstlichen zu ersetzten, wenn man das nötige Kleingeld hat. Damit kann man sich natürlich gewisse Vorteile verschaffen, auf einer Welt die von einer riesigen Orbitalstation (namens Tiphares) nur noch als Versorgungs- und Müllabladeort benutzt wird. Und auf der, neben der Allmacht der Factory (Versorgungseinrichtung für Tiphares), nur noch das Gesetz der Skrupellosen und des Stärkeren herrscht. Während die einen ihr Leben auf illegale Weise versuchen zu verbessern, machen andere jagt auf diese Kriminellen um deren Kopfgeld zu kassieren, indem sie den Kopf des betreffenden bei der Factory abgeben.
    So, dass ist also unsere Welt .Der Anime beginnt damit, dass Ito (der so was wie der örtliche Kassenarzt ist) im Schrott von Tiphares einen zerstörten, aber noch lebenden, Körper eines Mädchens findet. Er belebt sie wieder und gibt ihr den Namen Alita. Im weiteren Verlauf versucht Alita, die keine Erinnerung an ihr früheres Leben hat, mit ihrer neuen Umgebung klarzukommen. Sie entdeckt das sie im Kampf besondere Fähigkeiten besitzt, da sie mit speziellen Techniken aufwarten kann, die sie fast unbesiegbar machen. Neben ihrem ersten größeren Gegner, lernt Alita auch ihre erste große Liebe, Yugo, kennen. Dieser Yugo hat leider neben seinen legalen Jobs, auch einen der ihn in große Schwierigkeiten bringt. Er stielt, auf ziemlich unsanfte Art und Weise, anderen ihre Wirbelsäule.  Das tut er, weil er mit Hilfe eines Geschäftemachers, an genügend Geld kommen will, um sich seinen Eintritt nach Tiphares zu erkaufen. Leider ist es aber nicht möglich nach Tiphares zu gelangen, ob man nun viel Geld hat oder sogar ursprünglich von dort stammt. Tiphares ist für alle auf der Erde einfach unerreichbar. Aber um dem Elend zu entkommen würde Yugo alles tun und so glaubt er fest an seinen Traum, einmal in Tiphares zu leben. Aber das Schicksal meint es nicht Gut mit Yugo und Alita. Yugo wird von Kopfgeldjägern verfolgt und verliert dabei sein Leben. Alita ist gerade noch in der Lage, Yugo rechtzeitig zu Ito zu bringen, der ihm einen neuen künstlichen Körper verpasst. Leider will Yugo immer noch unbedingt nach Tiphares und versucht nun mit Gewalt, über die Versorgungskabel, dorthin zu gelangen. Auf halben Weg versucht Alita noch einmal Yugo von seinem Vorhaben abzubringen. Aber gerade als er beginnt einzusehen, wird er von der Sicherheitsvorrichtung vom Kabel geschleudert. Und dass ist dann auch das tragische Ende dieses Animes, trotz eines letzten Versuchs von Alita Yugo noch zu retten. Kein Happy End oder "alles wird gut"

    Also kein Happy End, dass ist auch bei Animes immer noch etwas besonderes, selbst wenn es eine entsprechende Mangavorlage so vorschreibt. Einen Film nicht mit einem Happy End enden zu lassen, zeigt meiner Meinung nach noch immer eine Menge Mut zum Risiko, denn auch in Japan wird hauptsächlich nach den Regeln des Hollywood - Kinos gespielt, da sie nun mal für das geringste Risiko den höchstmöglichen Gewinn versprechen.
    Der Anime wurde nach einem Manga von Kishiro Yukito gedreht. Und um es gleich vorweg zu nehmen, dieser Manga ist einfach ein Meisterwerk. Die Geschichte hat ein so unglaubliches Potential das der Anime einfach nur gut werden musste. Auf alle Fälle wurde er so gut, das ich mich wegen, des Animes, dazu entschlossen hatte einen Blick auf den Manga zu werfen, und dann nicht mehr losgekommen bin, bis ich die knapp 2000 Seiten gelesen hatte. Dabei muss ich heut natürlich sagen das die Story des Anime stark komprimiert wurde. Der Anime ist eigentlich eine zweitteilige OVA, in der die Geschichten des ersten und zweiten Mangaparts erzählt werden. Dabei wurden Charaktere entschärft oder ganz ausgetauscht. Die beiden Geschichten von Makaku und Yugo waren im Manga zwei voneinander unabhängige Storys. Im Anime wurden diese beiden Geschichten praktisch zu einer gemacht, und man hat sich entschlossen, mehr auf die Geschichte mit Yugo zu setzten. Dabei wurde das Monster, und die Geschichte darum, aus dem ersten Part des Mangas erheblich entschärft.  Und es war wahrscheinlich kein Zufall, das man sich dazu entschied, die Geschichte über das endorphinsüchtige Monster Makaku, das in den Abwasserkanälen aufgewachsen ist und sich von Gehirnen ernährt, größtenteils wegzulassen, da sie einfach zu blutig ist. Aus dem größenwahnsinnigen Arzt, des Mangas (Desty Nova), ist eine Ärztin geworden, die im Anime ebenfalls den Versprechungen des Geschäftemachers (aus der Yugo - Geschichte) auf den Leim geht. Außerdem ist sie, genau wie Desty Nova im Manga, eine gute Bekannte von Ito, wenn auch vielleicht auf eine etwas andere Art und Weise. Die Yugo - Story wurde ziemlich genau wie im Manga gelassen. Da die Story aber insgesamt doch ziemlich stark gestrafft werden musste, ist es doch eine Tatsache das die Animeversion sehr viel weniger Intensität hat, als die Mangavorlage. Kein Wunder wenn man versucht ca. 450 Seiten in knapp 60 Minuten zu pressen. Ich bin aber der Meinung, dass es unter diesen Bedingungen sehr gut gelungen ist den Tenor der Geschichte beizubehalten und zu guter letzt zum selben Schluss zu kommen. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass diejenigen die den Manga vorher gelesen haben ein bisschen enttäuscht sein werden, aber dass ist bei mir nun mal nicht so gewesen, da ich erst durch den Anime auf den Manga aufmerksam wurde.

    Das Charakterdesign ist, unter den vielen Verschiedenen der Anime - Welt, eine von meinen persönlichen Favoriten. Mir gefällt auch das Spiel mit den Perspektiven und Dimensionen sehr gut. Die düstere Cyberpunk - Atmosphäre ist unheimlich gut gelungen. Und auch wenn es mal ein Standbild gibt, ist die Verfilmung auf einem hohen Standard, da die  Charakterdesigns, die Hintergründe und die Mechas des Mangas extrem gut umgesetzt wurden. Und das obwohl Yukito anscheinend nicht direkt an der Produktion beteiligt war. Mir fällt auf Anhieb nur eine OVA ein, bei der die Umsetzung genauso gut gelungen ist, und zwar Dominion Tank Police (nur Act 1-4). Die Kämpfe zwischen Alita und ihren Widersachern sind echte Highlights, da Dynamik und Wucht sehr gut rüber kommen. Man merkt zwar das man hier keinen Spielfilm vor sich hat, aber die Qualität liegt meiner Meinung nach doch weit über den normalen Standards. Und da der Manga ausschließlich in schwarz - weiß ist, bietet der Anime, durch seine hervorragende Farbgebung, auch noch einen Reiz für Leute, die den Manga vorher schon gekannt haben und die Modifizierungen der Story im Anime vielleicht nicht so gut finden.

    Battle Angel Alita ist auf alle Fälle einer der Gründe, warum man sich auch jenseits der, sagen wir mal, 12 Jahre noch mit Animes beschäftigen kann, denn die Story sucht seines gleichen unter den diversen Cyberpunkgeschichten. Die sehr emotionale und tragische Geschichte wird einfühlsam erzählt. (Im Manga wurde auch erst in späteren Bänden ab und zu mal eine SD-Parodie eingebaut.) Es gibt keine größere Ablenkung durch aufdringliche, technische Spielerein. Dadurch werden einem die Charaktere und deren Schicksale sehr nahe gebracht. Besonders hervorzuheben, ist wohl die hervorragende Umsetzung der Yukito- Charakterdesigns von Nobuteru Yuki. In der ersten Ausgabe der Zeitschrift (AnimaniA) hatte dieser Film bereits seine Review gehabt und wurde als genau das richtige für Fans von Filmen wie Blade Runner oder Mad Max bezeichnet. Der Grund warum ich bei meiner Wertung nicht "genial" sagen kann, liegt allein darin das die OVA viel zu kurz geraten ist. Im vergleich zum Manga wird einfach zu viel Potential verschenkt. Deswegen nur ein gut (aber mit einem Hang zum genialen).

    Der Anime wird in den USA von A.D. Vision in einer untertitelten und einer synchronisierten Version vertrieben. In Großbritannien gibt es die Synchro (die sich eventuell von der US Version unterscheiden könnte) von Manga Video, die ich dann auch gesehen habe. Ulkiger Weise gibt es eine viertelstündige Differenz zwischen der UK- und der US-Version, bei der Angabe der Spieldauer. Es ist aber nichts darüber bekannt, dass die UK-Fassung geschnitten ist. Der Film gehört auch zu den auserwählten Titeln, der mit einer deutschen Synchro, von PolyGram, erhältlich ist (ich kann nur sagen, Vorsicht). Die englische UK - Fassung ist jedenfalls in Ordnung. Was vielleicht bei diesem Anime besonders auffällt, sind die größere Anzahl an Namensänderrungen gegenüber dem japanischen Original, obwohl diese bereits stark westlich angehaucht waren. Der Originaltitel ist eigentlich "Gunnm" (ich glaube es soll soviel wie Gun Dream bedeuten), Tiphares war einst Zalem und Alita hieß vorher Gally. Die Änderungen wurden von VIZ vorgenommen, die den Manga in den USA vertreiben. Für die Animefassung (zumindest bei der UK-Sychro) wurden die  Änderungen einfach übernommen. Aber solche Sachen sind nur für Puristen interessant. Mir persönlich sind diese Namensspielereien eigentlich egal. Ich weiß aber, das bei einigen so was einem Sakrileg gleichkommt. Der Manga wird, wie schon erwähnt, von VIZ Comics vertrieben, und zwar in der Form von 9 Graphic Novels (Bände). Wobei der dritte Part in zwei Graphic Novels aufgeteilt wurde, während die restlichen 7 in jeweils einer untergebracht werden konnten.  Es gibt auch ein deutsches Release des Mangas. Vom Carlsen Verlag wurden 12 Bände veröffentlicht. Im Moment sind sie aber irgendwo im 6. Teil des Mangas mit der Veröffentlichung zum Stillstand gekommen. Es ist auch so das man mit der englischen Version von VIZ wesentlich billiger weg kommt, als mit der von Carlsen. Das beweißt das selbst heute, diejenigen die dem Englischen nicht besonders mächtig sind, immer noch die Gearschten sind. Sie müssen mehr zahlen und bekommen dafür oftmals Jahre alte Releases, nicht einmal vollständig, angeboten. Aber andererseits können wir natürlich auch froh sein das Mangas jetzt überhaupt auf deutsch zu bekommen sind. Egal, der Manga von Yukito sei an dieser Stelle noch einmal empfohlen, da er einfach genial ist.

Meine Wertung: iria4.jpg (12247 Byte)

           Titel:    Battle Angel Alita (GUNNM-Rusty Angel/ GUNNM-Tears Sign )
Produktion:    © 1993 Yukito Kishiro/ Business Jump/ Shueisha/ KSS Inc./MOVIC
 Spieldauer:    54 min
      Version:    dubbed, PAL, 15
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

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