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Devilman I & II

           Titel:    Devilman (Devilman): The Birth, Demon Bird
Produktion:    © 1987,1990 Dynamic Planning/ Kodansha/ King Records
 Spieldauer:    52min, 58min
      Version:    dubbed, PAL, 18
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

Review 002, vom 02. 01. 00

    Am Anfang vielleicht eine kleine Anekdote, aus dem Leben dieser OVA (na gut, so lustig war das damals vielleicht gar nicht), die mir gerade einfällt. Diese zweiteilige OVA wurde ja in England als "18", sprich Adulds only klassifiziert. Genau wie bei uns, ist das eher eine Auszeichnung als eine Abschreckung. Auch die deutsche Behörde hat die OVA mal lieber auf den Index gesetzt, wobei das Problem kaum übermäßige Gewalt- oder Sexsszenen gewesen sind. Es handelte sich wohl viel mehr um den Grund (die Rechtfertigung) für die Gewalt. Es gab nämlich damals, als diese OVA erschien (also ich meine in Großbritannien), bei uns etwas Aufruhr um einen Film namens "Tanz der Teufel" (Evil Dead (noch eine Klammer, und ich werde dich töten)) der angeblich als Anleitung zu einer schwarzen Messe mit Todesfolge diente. Und im ersten Teil der OVA gibt es eine Szene in der eine Art Hexensabbat zum Zweck der Erschaffung des Devilman inszeniert wird. Und da hat man sich wohl bei der Bundesprüfstelle gedacht, wenn die Leute schon bei so einem Schwachsinn wie "Tanz der Teufel" ausklinken, werden wir vorsichtshalber mal lieber dafür sorgen, dass nicht jeder Grenzdebile losläuft und eine Schlägerei anfängt, um mit dem Jenseits in Verbindung zu treten. Ich finde es müßig, jetzt hier über die Fürs und Wieders von Indizierung oder sogar Verboten, zu diskutieren, obwohl die Sache in diesem Fall, auf Grund der damaligen Ereignisse, zu mindest nachvollziehbar ist. Das traurige an solchen Sachen ist meistens, dass das ganze nichts damit zu tun hat, ob der Film gut oder schlecht ist, sondern nur damit, den einen, der vielleicht ausrasten könnte, vor sich selbst und vor anderen zu schützen.
 Ich weiß nicht ob der Titel immer noch auf dem Index steht oder nicht. Wahrscheinlich nicht da ein deutsches Release geplant ist. Egal, kommen wir zum wesentlichen, nämlich dem gut oder schlecht.

    Erst mal eine kurze Zusammenfassung der Story. Zu Beginn gibt es eine Art kurzen Rückblick in der Evolutionsgeschichte, in der sich die Kreaturen von Gut und Böse oder Himmel und Hölle, so genau wird das nicht klar, einen heftigen Kampf liefern. Nun ja, jedenfalls scheint es, dass das Böse nicht Ausgerottet werden konnte. Und ein paar Milliarden Jahre später findet man bei einer Südpol - Expedition ein paar dieser bösen Dämonen in einer Eishöhle (... gibt `s das Wort?... egal (okay ich hab dich gewarnt...)). Die Dämonen gehen dann auch gleich zum Angriff über. Ab hier ist dann der Prolog zu Ende und die eigentliche Handlung beginnt. Der Held ist der Sohn von zwei der Expeditionsteilnehmer des Prologs. Nach dem verschwinden seiner Eltern lebt er jetzt anscheinend bei Verwandten oder Bekannten, keine Ahnung. Jedenfalls bekommt er Besuch von einem alten Freund, dessen Vater ebenfalls bei der Expedition dabei war. Der erzählt ihm dann das sein Vater kürzlich durchgedreht ist und Selbstmord beging. Sein Vater hatte von der Expedition eine Art Fossil mitgebracht, einen versteinerten Schädel eines Dämonen mit dem man in die Vergangenheit zurückblicken kann. Dadurch wissen die beiden jetzt, wie die Dämonen sich vor Millionen von Jahren so verhalten haben  und das sie von allen möglichen Wesen besitzergriffen um ihre Fähigkeiten zu erweitern. Durch das Artefakt (den Schädel) werden die frisch aufgetauten Dämonen aber leider magisch angezogen und bereiten den beiden Helden eine menge Ärger. Der einzigste Ausweg ist, selbst zum Dämon zu werden, um sich dann auf dem selben Level mit den anderen Dämonen messen zu können.  Die Schwierigkeit ist das man bei der Vereinigung mit einem Dämonen sein Bewusstsein verliert. Der Trick  ist jetzt das besagte selbst nicht zu verlieren und dafür das des Dämonen zu unterdrücken. Lange Rede kurzer Sinn, das führt zu der schon erwähnten Inszenierung des Hexensabbat, und fertig ist der Devilman. Und dass ist dann auch das Ende des ersten Teils. Im zweiten Teil bekommt es der Devilman dann mit ein paar anspruchsvolleren Gegnern zu tun. Als erstes will sich der Jinman mit ihm anlegen und als zweites bekommt er es mit Siren und ihren Freunden zu tun. Ich glaube ich nehme hier nichts vorweg wenn ich sage, dass der Devilman letzten Endes mehr oder weniger siegreich ist.

    Die Idee zu dieser OVA stammt von einem Mann namens Go Nagai. Dieser Mangazeichner ist berühmt oder vielleicht vielmehr berüchtigt für seine bizarren Geschichten und seine etwas unkonventionelle Erzählweise. Und der Devilman ist seine mit abstand bekannteste Figur. Ich weiß, diese Art des düsteren Helden der am besten noch mit dem Teufel im Bunde steht, ist im Moment besonders angesagt und hat sich vielleicht auch schon irgendwie abgenutzt. Für mich aber, ist die Figur des Devilman und die Story auf alle Fälle noch originell, und verdient ihren Kultstatus durchaus. Nun ja, werden jetzt einige sagen, aber warum soll gerade der Devilman so was besonderes sein. Er sieht aus wie ein leicht verschärfter Gargoyl, die ja bekanntlich schon im Kinderprogramm laufen und die Geschichte kommt einem heute auch schon ein bisschen sehr altbekannt vor. Na gut, er mag zwar aussehen wie eine Abkupferung des Nummer eins Comichelden der 90iger, aber in Wirklichkeit ist er das Original, denn diese  zweiteilige OVA ist selbst nur ein Remake. Sie stammt von einer TV-Serie, die bereits im Jahre 1972-73, nach dem original Manga von Go Nagai, entstand. Und der Manga war, für damalige Verhältnisse, seiner Zeit schon sehr weit voraus gewesen, mit seiner These: wenn man das Böse bekämpfen will muss man irgendwie selbst zum Bösen werden oder sich mit ihm verbünden. Also ich meine wenn man sich die Comichelden, die heute so populär sind, ansieht.  Und das, auch im ersten Absatz schon Angeklungene, führte wahrscheinlich auch zu dem, damals zumindest noch relativ neuen Reiz im Bösen, was Comichelden anging. Der Ruhm, den der Devilman jedenfalls anhäufen konnte, führte zu einer nicht geringen Anzahl von Merchandiseartikel die sich bis heute größter Beliebtheit erfreuen. Ich glaube das es sogar die einzigste Serie ist, von der man, selbst nach so langer Zeit, auch bei uns noch problemlos Actionfiguren und Modelkitts bekommen kann. Das wird auch der Grund sein warum Produzenten die Idee bis heute nicht los lässt. Und deswegen flimmert selbst heute, 10 Jahre nach der OVA, wieder ein Devilman, diesmal in weiblicher Form, über die zumindest japanischen Mattscheiben.

    Wenn man mal die Gelegenheit hatte sich original Charadesigns von Go Nagai anzusehen, wird man vielleicht verstehen  weshalb man, bei der OVA, einen anderen für diesen Job verpflichtet hat, der dann die Designs des Meisters zumindest etwas modifizieren konnte. Die Mangas die ich jedenfalls gesehen habe, hatten ein extrem altmodisch wirkendes Design, mit dem er heutzutage wohl keinen so großen Erfolg mehr hätte. Die OVA kommt mit wirklich schönen Hintergründen und durchaus erträglichen Charakterdesigns daher, obwohl besonders die Kleidung der Protagonisten noch echt  antikviert wirkt. Kein wunder das man bei solchen Klamotten zusammengeschlagen wird. Egal, die OVA ist ja schließlich auch schon von 1987 und im zweiten Teil sah das ja auch schon anders aus. Ein weiterer Kritikpunkt wäre vielleicht, die als  Fallobst dienenden, etwas willkürlich zusammengeschustert wirkenden Dämonen. Die erinnern mich irgendwie an die Monster aus der Real Ghostbusters-Zeichentrickserie. Dafür sind die Dämonen die mit Namen versehen wurden umso besser gelungen. Das sind die Gegner mit denen es der Devilman im zweiten Teil zu tun hat. Vor allem ist Siren, der Hauptgegner im zweiten Teil, ein echter Geniestreich, was das Charakterdesign angeht. Ich fand sie auf alle Fälle so gut, dass ich mir ein Modelkit von ihr gekauft habe. Auch der Jinman ist kongenial gelungen. Hier hat die OVA ihre Stärken, denn auch die dazugehörigen Storys (Kämpfe (Harvey hat seinen übrigens verloren)) laufen nicht nach dem obligatorischen Schema F ab.

     Also ich weiß nicht wie die TV-Serie war, aber die OVA ist einfach ein Highlight unter den Animes. Und auch die AnimaniA kam schon in ihrer 6. Ausgabe zu dem selben Schluss, wie ich jetzt. Empfehlenswert. 

    Die OVA gibt es als PAL - u. NTSC - Version von Manga Video mit englischer Synchro. Eine untertitelte Version gibt oder gab es von U.S. Renditions auf NTSC. Weitere Versionen sind mir zur Zeit nicht bekannt.
Ich habe letztens auch ein paar Devilman-Mangas gesehen, die vom Label Verotik vertrieben wurden. Es handelt sich bei diesen Mangas höchstwahrscheinlich aber um neue Geschichten, die Go Nagai extra für das Label von Glenn Danzig produziert hat (eigentlich sind sie ganz witzig, wenn nicht diese Charakterdesigns wären).
In wie weit die TV-Serie oder der Originalmanga noch publiziert werden ist mir leider nicht bekannt.

Meine Wertung: iria4.jpg (12247 Byte)

           Titel:    Devilman (Devilman): The Birth, Demon Bird
Produktion:    © 1987,1990 Dynamic Planning/ Kodansha/ King Records
 Spieldauer:    52min, 58min
      Version:    dubbed, PAL, 18
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

 

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