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Genocyber Stage 1

           Titel:    Genocyber (Genocyber)
Produktion:    © 1993 Artmic/Plex
 Spieldauer:    45 min
      Version:    dubbed, PAL, 18
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

Review 014, vom 20. 05. 02

    Eigentlich sollte es ja bei dieser Review um das Sequel zu Golgo 13 - The Professional (Queen Bee) gehen, aber Anfang diesen Jahres äußerte Mar-T, einer der Kommentatoren, den Wunsch zur Review von Genocyber. Und da ich dem schon einmal nachgegeben habe, dachte ich mir warum nicht wieder. Na ja, ich meine wenn tatsächlich Interesse besteht, wäre ich ja schön dumm dem nicht nachzukommen. Also langer Rede kurzer Sinn, hier nun die Review zu Genocyber Stage (oder auch Part, ganz wie ihr wollt) 1. Der Teil heißt zwar hier A New Lifeform, ist aber auch unter Birth of Genocyber bekannt.
    Vielleicht noch eine kurze Bemerkung zur aktuellen Diskussion nach Erfurt, die speziell diesen Bereich des Entertainment wieder mal stärker ins Interesse der Ordnungshüter Rücken wird. Es gibt natürlich kaum rationelle oder besonders plausible Gründe warum man so was wie Genocyber produzieren oder sich ansehen sollte. Aber ohne das ausloten von Grenzbereichen wäre die künstlerische Freiheit... im Arsch, wie H. so schön sagen würde. Und um festzustellen, und zu bewerten, ob dieser oder jener Anime-Titel jetzt nur Gewaltverherrlichung ohne jeglichen künstlerischen Anspruch ist, oder nicht, ist diese Seite, unter anderem, auch im Netz. Die Politik würde diesem Bereich der Unterhaltung natürlich lieber heute als morgen den Gar ausmachen (weil sie selber vielleicht nicht genug an den Gewinnen beteiligt sind, oder ...) aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls sollten hier (auf dieser Seite) die Meinungen weiterhin frei von Vorurteilen gegenüber dieser Art der Animationsfilme bleiben. Man kann den japanischen Anime nicht pauschal als gewaltverherrlichend verurteilen. Selbst extreme Produktionen wie die, die ich heute besprechen möchte, können durchaus gut und interessant sein.
    O.k., kommen wir endlich zum wesentlichen dieses Textes, nämlich der Review. Der Grund für die Aufteilung der OVA in meiner Liste, liegt übrigens einfach an den, für meine Begriffe, eklatanten Niveauunterschieden (in allen Bereichen) zwischen Teil 1 und dem Rest der Serie. Aus diesem Grund wird es in dieser Review auch nur um den ersten Teil gehen.
    Gut, dann beginnen wir mal wie üblich mit der Story. Der Film beginnt damit, wie ein Wissenschaftler namens Dr. Morgan gerade eine ziemlich wirre Theorie (die während er sie erzählt, aber gar nicht so absurd klingt) in die Videokamera seines Assistenten Kenneth Reed abgibt. Die Essens seines Vortrags ist, das er beim Menschen den Shi (...ich hoffe das ist richtig geschrieben), also die geistig und mental Energie mit der man "Berge versetzen" kann, lokalisiert hat. Es soll sich, bei dieser Energie, um so eine Art Wind handeln (wahrscheinlich so was wie die Sonnenwinde), dem er den Namen Vajra gegeben hat. Schließlich hat er eine Maschine entwickelt, die er Mandala nennt, mit der man diese Vajra-Energie im Menschen erwecken kann. Als Versuchskaninchen hat er seine schwangere Frau ausgewählt. Das Kind soll dann der erste Mensch sein, der im Besitz dieser Vajra-Energie ist. Der Name dieser neuen Lebensform soll dann Genocyber sein. Nach diesem Prolog gibt es dann den Vorspann, der den Ort der Handlung zeigt, der diesmal, zur Abwechslung, nicht Tokio sondern Hongkong heißt. Eine Nachrichtensprecherin berichtet davon, das sich die Nationen der Welt, nach einer Krise in Südafrika, wieder mal zu einem Militärbündnis zusammenschließen wollen. Die Geschichte setzt dann 14 Jahre nach dem Prolog wieder ein. In einem Hinterhof wird man, als erstes, Zeuge wie ein Junge von dem Anführer einer Halbstarkengang zusammengeschlagen wird. Der Junge bleibt bewusstlos zurück. Als er wieder erwacht stellt er fest das bei ihm ein blondes Mädchen wartet, neben der ein abgetrennter menschlicher Arm liegt. Die Polizei hat bereits die passende Leiche zu dem Arm. Es handelt sich um einen Wissenschaftler, der militärischen Forschungsabteilung von Kuron, einem großen Waffen Konzern. Der ermittelnde Detektive der Polizei hat den Konzern schon länger im Verdacht. Unter anderem wegen eines Falls vor 14 Jahren. Bei einem Besuch bei seinem Hauptverdächtigen, dem Leiter der Forschungsabteilung von Kuron in Hongkong, Dr. Kenneth Reed, muss er die Bekanntschaft von Diana machen. Sie demonstriert dem Detektive gleich mal die Möglichkeiten der Vajra-Energie, indem sie ihn mental kurz in eine Alptraumwelt entführt, was ihm einen gehörigen Schock versetzt. Reed unterbricht die Sache bevor der Detektive ernsthaften Schaden nimmt, indem er das braunhaarige Mädchen zu Boden schlägt, und die Polizisten dann auffordert zu gehen, da keine Beweise für eine Schuld, im aktuellen Fall vorliegen. Nachdem die Polizei gegangen war, unterhalten sich Diana und Reed, die ihn Vater nennt, über das blonde Mädchen, das den Arm des ermordeten bei sich hatte, und nennen es dabei Elaine. Reed ist äußerst unzufrieden, da Elaine aus der Forschungseinrichtung verschwunden ist. Ohne sie kann er seine Forschungen nicht fortsetzen. Er lässt seine Wut darüber an Diana aus, die ihm aufgrund ihres Körpers ausgeliefert zu sein scheint, der wie es aussieht sehr viel kybernetische Technologie enthält. Als nächstes finden wir uns in einem Restaurant wieder, wo eine dreiköpfige Spezialeinheit sitzt, die vom Korun-Hauptquartier in Tokyo, ausgeschickt wurde Elaine wieder einzufangen. Währenddessen erwacht Elaine gerade aus einem Alptraum, in dem die Stadt in Flammen steht. Sie befindet sich in einem noch unbewohnten Hochhaus. Der Junge vom Anfang befindet sich bei ihr. Sie scheint stark geistig zurückgeblieben zu sein, weil sie sich wie ein Hund freut als der Junge mit einer Einkaufstüte mit Lebensmitteln zurückkommt. Diana wird von Reed unterdessen mit einem mechanischen Kampfanzug versehen, und soll Elaine ebenfalls wieder zurückholen, da anscheinend nur sie in der Lage ist, Elaines Vajra-Energie zu kontrollieren. Die Polizei ist inzwischen ebenfalls auf der Spur von Elaine. Währenddessen bekommen der Junge und Elaine Besuch von der Halbstarkengang vom Anfang, die natürlich sehr schnell unangenehm wird. Doch die plötzlich auftauchende Diana schiebt diese ein bisschen pubertär wirkende Schulhofszene auf ziemlich brutale Weise einfach bei Seite. Stattdessen kommt es zur Konfrontation zwischen Diana und Elaine, bei der Elaine sich erst mal für die Flucht entscheidet. Danach fällt sie aber aufgrund der Erschöpfung durch die Flucht der dreiköpfigen Söldnertruppe in die Hände. Diese scheinen übrigens ebenfalls extrem stark mit kybernetischer Technologie vollgestopft zu seien. Sie können sich aber nicht lange an ihrem Erfolg erfreuen, weil Elaine schnell merkt was los ist, und ihre Vajra-Energie zum Einsatz bringt. Das hat zur Folge das sich einer der drei auf ziemlich unsanfte Art und Weise selbst tötet. Die anderen beiden ergreifen mit dem Jungen, der immer noch bei Elaine war, die Flucht. Elaine wird von der Polizei aufgegriffen und ins Krankenhaus gebracht. An dieser Stelle erfahren wir mehr über die Hintergründe und die Beziehung zwischen Diana und Elaine. Sie sind die Zwillinge die bei dem Experiment des Wissenschaftlers Morgan, aus dem Prolog, geboren wurden. Morgan ist mit seiner Frau bei einem ungeklärten Unfall ums Leben gekommen. Die Polizei verdächtigt Reed und Kuron, doch konnte anscheinend nichts beweisen. Aber sie vermuten das es sich bei den beiden Zwillingsschwestern um ein Projekt zu einer ultimativen Waffe handelt, welches Kuron finanziert hat. Aber die neuen Erkenntnisse nützen ihnen nichts mehr. Reed überfällt das Krankenhaus mit einer Horde von maskierten Wissenschaftlern, die ein Blutbad unter den Krankenhausangestellten und Polizisten veranstalten. Es kommt zu einer erneuten Konfrontation zwischen Diana und Elaine, die in einer handfesten Auseinandersetzung zwischen den beiden endet, bei der sich Elaine nach einer starken Verletzung in pure Energie verwandelt, und in den arg lädierten Körper ihrer Schwester übergeht. Die beiden übriggebliebenen Cyborgsöldner von Korun sind über die Entwicklung nicht besonders erfreut, da sie jetzt ihrem Auftraggeber keine brauchbaren Ergebnisse mehr vorweisen können. Sie entschließen sich erst mal Reeds Gehilfen aus den Weg zu räumen und dann Reed und das was von Diana noch übrig geblieben ist nach Tokio zu überführen. Reed versucht den beiden zu erklären was es mit Diana und Elaine auf sich hat. Nämlich das Diana seit ihrer Geburt unter Muskelschwund leidet und Elaine geistig zurückgeblieben war. Währenddessen lebt Elaine in Dianas Körper weiter. Als sich die beiden Söldner gerade auf den Weg nach Tokio machen wollen, übernimmt Elaine Dianas Körper und mutiert zu einem alienartigen Monstrum. Die zwei Cyborgsöldner mutieren daraufhin ebenfalls, zu ihrer vollen Kampfkraft, haben aber dem Genocyber nicht mehr viel entgegenzusetzen. Der Genocyber oder vielmehr Elaine muss aber auch feststellen, das bei dem Kampf, der mit ihr befreundete Junge, getötet wurde. Bei ihrem darauffolgenden Wutausbruch wird ganz Hongkong in einer gewaltigen Explosion komplett vernichtet. Am Schluss sieht man Elaine, wie sie nicht mehr als das Monstrum sondern wieder als blondes Mädchen den Strand entlang geht. Und man hört wie sie sich mit dem Geist ihrer Schwester in Gedanken unterhält.

    Dies ist der Schluss des wohl bizarrsten Cyberpunkanimes den ich bisher gesehen habe. Außergewöhnlich, vor allem wegen des Einsatzes unglaublicher visueller Brutalität in Verbindung mit ungewöhnlichen Effekten. Aber der Reihe nach. In diesem Anime gibt es kein Gut oder Böse sondern nur Opfer, und zwar Opfer der Wissenschaft. Dieser Film inszeniert in eindrucksvoller Weise eine moderne Apokalypse (mit nur einem apokalyptischen Reiter). Der Genocyber der so was wie eine personifizierte Atombombe ist, und dazu natürlich der Mensch, der nicht in der Lage ist die Geister die er rief unter Kontrolle zu halten. Aber nehmen wir das ganze ruhig mal genauer unter die Lupe. Am Anfang hatte ich übrigens noch vergessen zu sagen, das dieser Anime-Titel im frühen 21sten Jahrhundert angesiedelt sein soll. Was mir an diesem Titel besonders positiv auffällt ist die Erzählweise der Story, die größtenteils ohne diese oberlehrerhaft wirkenden Erläuterungen auskommt, was diesen Titel doch sehr erwachsen wirken lässt.  Gröbere Zusammenhänge werden durch TV-Nachrichten vermittelt. Es ist kein Problem die Bedeutung der einzelnen  Charaktere und ihre Einordnung in die Handlung empirisch zu verstehen, ohne ständig noch mal erklärt zu bekommen was jetzt warum vor sich geht. Der Vorteil den eine OVA hier hat, wird bei diesem Titel voll ausgenutzt. Keine kindgerechte Aufbereitung wie es bei TV-Produktionen der Fall ist. Und Obwohl der Film auch auf Stereotypen setzt, wie zum Beispiel den sadistischen Wissenschaftler, hat das ganze, meiner Meinung nach, eine unheimliche Tiefe. Die drei Parteien (Söldner, Reed und Polizei), die Elaine hinterher jagen und sich dabei gegenseitig eliminieren sind wirklich gut in Szene gesetzt worden. Mit Elementen aus dem Horrorgenre wird eine wirklich bemerkenswert düstere Atmosphäre erzeugt. Zum Beispiel Reeds verrückte Wissenschaftler die wie eine Armee von Jasons aussieht, und das Krankenhaus in ein Schlachthaus verwandeln. Die Masse an abgetrennten Gliedmassen und menschlichen Eingeweiden in diesem Film übersteigt eigentlich jegliches erträgliche Maß. Als ob die Macher in eine Art Blutrausch geraten sind und sich dann in eine Gewaltorgie hineinsteigerten,  wie vor allem die Szene im Krankenhaus zeigt. Besonders gut gefällt mir aber der Konflikt zwischen den beiden Schwestern,  der natürlich der Konflikt zwischen der rationellen (Diana) und der rein emotionalen (Elaine) Seite des Menschen, im übertragenen Sinne ist. Und dieser Konflikt wird immer von der emotionalen Seite gewonnen, die aber in Wirklichkeit auch die zerstörerischere Seite ist, wie die Vernichtung Hongkongs zum Schluss zeigt. Genial der Einfall das eine Maschine den menschlichen Geist als zerstörerischste Kraft überhaupt erweckt. Übrigens der Name der Maschine, Mandala, ist kein Fantasiename, sondern ein Wort aus dem Sanskrit (altind. Gelehrtensprache). In Tibet und im jap. Buddhismus wird so ein mystisches Diagramm (Schaubild) in Form eines Kreises oder Vielecks bezeichnet, das bestimmte geistige Zusammenhänge versinnbildlichen soll. Gerade das man hier solche parallelen im übertragenen Sinne ziehen kann ist, meiner Meinung nach, von besonderer Bedeutung. Natürlich spielt sich die Geschichte zum großen Teil auch im metaphysischen Bereich ab, was die Anlage der Story aber nun mal auch mit sich bringt.

    Die visuelle Umsetzung ist bei diesem Titel besonders ausgefallen. Das limitierte Budget das eine OVA im allgemeinen zur Verfügung hat, wurde hier mit Kreativität und exzellentem Design ausgeglichen. Schon der Prolog der in schwarzweiß gezeichnet wurde, um damit den Sucher einer Kamera zu simulieren, ist ein genialer Einstieg. Und um den Zuschauer gleich zu Beginn noch mehr zu verunsichern werden im darauffolgenden Vorspann Realbilder aus Hongkong gezeigt. Ein Effekt der im Film, bei den Sequenzen mit den TV-Nachrichten noch mal eingesetzt wurde. Es ist hier ein Effekt der wirklich gut hineinpasst. Er trägt, meiner Meinung nach, zur gewünschten Atmosphäre des Titels bei. Doch wenn man bei diesem Titel vom Einsatz realer Sequenzen redet, muss man eigentlich die wie aus einem billigem Horrorfilm stammenden Einspielungen, nennen,  in denen zum Beispiel einfach nur zwei Glasaugen in blutiges Hackfleisch gedrückt wurden und dann wahrscheinlich ein Gebissähnliches Haushaltsgerät verschoben wird. Oder es wird ein Zeckenkäfer auf selbiges Fleisch gesetzt, das hier die Gehirnmasse darstellen soll. Ich weiß natürlich das viele nur auf teuere Highendeffekte alla Hollywood stehen und so was wie  das hier kategorisch ablehnen. Obwohl ich das, als ich es das erste mal gesehen hab, irgendwie auch nicht so gut fand, bin ich jetzt der  Meinung das das einbauen dieser Sequenzen ein wirklich genialer Einfall ist. Ebenfalls wird von vielen Computergrafik in Animes abgelehnt. In Genocyber wird hiermit eine Art Flug durch die Nervenbahnen im Gehirn dargestellt, wenn es in den metaphysischen Bereich geht. Und auch hier muss, ich für meinen Teil, sagen das mir der Einsatz der Computergrafik hervorragend gefallen hat. Es passt einfach und all diese Effekte zusammen, heben den Film auch positiv aus dem Einheitsbrei heraus. Natürlich werden jetzt einige sagen, was interessieren mich billige Effekte, ich will Animationen sehen. Aber ich wäre nicht so voll des Lobes, wenn nicht auch hier außergewöhnliches geboten würde. Die Charaktere sind allesamt zwar nur guter Standard. Besonders hervorzuheben sind aber die Mecha- und, nun ja, Splatterdesigns. In was sich die zwei Cyborgs zum Schluss verwandeln ist wirklich unglaublich. Und der Polizeidetektive, der nach Reeds Überfall auf das  Krankenhaus, mit freiem Blick auf seine Innereien erwacht, ist wirklich unbeschreiblich. Man sollte das zwar nicht so herausstellen, aber es wird hier in so einer übertriebenen Art und Weise als künstlerisches Stilmittel eingesetzt, das es einfach genannt werden muss. Es ist zwar absolut unverhältnismäßige Brachialgewalt, nach der die Story eigentlich nicht direkt verlangt, aber das ganze wirkt einfach. Man hat das Gefühl einen Experimentalfilm vor sich zu haben, der meiner Meinung nach, auch gut auf Arte laufen könnte. Aber damit ich hier nicht falsch verstanden werde. Ich bin wirklich kein Fan von stumpfsinniger visueller Gewalt. Ich mache nur einen Unterschied zwischen sagen wir so plump abgespulter Gewalt wie sie zum Beispiel in dem Anime Baoh zu sehen ist. Das hat für mich nichts mit Kunst zu tun sondern ist einfach nur billige und uninspirierte Haudraufaktion. Bei Genocyber wird viel mit Standbildern gearbeitet, was das ganze einfach besser wirken lässt als irgendwelche Pseudozeitlupen. Genocyber ist ein Anime der mich, im Gegensatz zu Baoh, wirklich beeindruckt hat.

    Mich hat der Titel also absolut begeistert. Der Name des Regisseur ist vielleicht dem ein oder anderen schon mal untergekommen. Es handelt sich hierbei um Koichi Ohata. Für diejenigen die ihn vielleicht noch nicht einordnen können, sei hier gesagt das es sich hier um den Mann handelt, der sich M.D.Geist ausgedacht hat (der mir aber nicht ganz so gut gefallen hat wie Genocyber). Der Genocyber basiert übrigens lose auf einem gleichnamigen Manga von Tony Takezaki, der seinerseits besonders auch für die Geschichten der A.D. Police verantwortlich war (die vor dieser OVA entstanden ist). Neben diesen beiden Namen könnte man im Zusammenhang mit dem Produktionsdesign vielleicht noch Kimitoshi Yamane nennen, der zum Beispiel auch bei der derzeit auf MTV laufenden TV-Serie The Vision of Escaflowne mitgewirkt hat. So, jetzt haben wir einen kleinen Eindruck davon wer die Leute sind, die sich so was wie Genocyber ausdenken. Ich könnte noch erwähnen das mir das "Lied" aus dem Abspann gut gefallen hat, weil es sehr gut zu diesem Titel passt, wie übrigens auch die gesamte musikalische Untermalung. Es handelt sich bei dem Song aus dem Abspann übrigens um das japanischen Original und nicht wie bei Manga Video oft bemängelt (allerdings nicht von mir) um Eigenproduktionen. In der AnimaniA stand die Review zu diesem Titel bereits in Ausgabe 3. Dort wird unter anderem von einem echt kranken Film geschrieben, bei dem die Zusammensetzung von Realsequenzen und Computergrafik bisher am besten gelungen ist. Wohlgemerkt stammt die Ausgabe 3 aus dem Jahr 1995. Doch ich muss sagen das für mich dieser Titel bis heute immer noch ein Highlight ist. Höchstwahrscheinlich weil man etwas Vergleichbares auch nicht wieder zu sehen bekommen wird. Nichtsdestotrotz gebe ich diesem  Titel bei meiner Wertung nur 4 Sterne. Das liegt nicht daran das ich den Titel mit 45 Minuten für zu kurz halte. Es gibt einfach ein paar wenige Punkte die mich von der Höchstwertung abhalten. Das zurückgreifen auf Standardelemente, von Superheldenstorys, stößt mir dann doch ein bisschen auf. Man hat es fast geschafft, diesen letzten Rest infantiler Elemente zu vermeiden, aber eben doch nicht ganz. Was sich beim Design an Experimentalen getraut wurde, hat man bei der Story einfach nicht konsequent genug durchgezogen. Ich meine wenn schon, dann richtig. Ich kenne zwar die Mangas nicht, aber ich könnte mir vorstellen, das man sich dort besser aus der Affäre gezogen hat. Und allein auf Grund dieser Vermutung zieh ich dem Titel hier einen Stern ab. Ganz schön dreist vielleicht, aber so ist es nun mal. (Zur Vorsicht sollte ich vielleicht doch noch mal kurz erwähnen, das die Kassette von außen ziemlich harmlos aussieht. Zartere Gemüter seien an dieser Stelle gewarnt, auch wenn es meistens das Gegenteil bewirkt. Wenn ich von extremen Darstellungen schreibe, dann meine ich wirklich, das es, ohne Übertreibung, mit nichts zu vergleichen ist, was es sonst so zu sehen gibt. Ich rede vom Urotsukidoji- und Fist of the North Star- Level, was die Gewaltdarstellungen angeht. Selbst wenn die Bilder auf dieser Seite das noch nicht vermuten lassen.)

    Nachdem ich nun meine Meinung zu diesem Anime kundgetan habe, werde ich wie immer im letzten Abschnitt noch ein paar allgemeine Informationen zu diesem Titel zum besten geben. Zu aller erst ist hier wohl die Tatsache zu nennen, das diese OVA die erste in der Geschichte des Anime gewesen ist, die in den USA eher auf den Markt kam als in Japan, und zwar von der Firma U.S. Manga Corps. (in Japan dann übrigens von Bandai Visual). Und das ganze auch nur in Untertitelter Form. Manga Video UK hat den Titel dann mit einer englischen Synchro, in Europa vertrieben. Die Synchro ist absolut in Ordnung, bis vielleicht auf Elaines Geschreie, das mich ein bisschen genervt hat. Als Vermarktungsstrategie hat man sich, bei Manga Video, einfallen lassen, Genocyber mit den beiden OVAs A.D. Police und Cyber City OEDO 808 zusammen unter dem Namen Cyberpunk Collection herauszubringen. Wobei das meiner Meinung nach nicht notwendig war, da diese drei OVAs keine gegenseitige Unterstützung notwendig haben. Sie gehören alle drei zum besten was der Anime im Bereich Cyberpunk zu bieten hat. Um einen Vergleich zu ziehen möchte ich  sagen das mir diese drei OVAs viel besser als  zum Beispiel der Ghost in the Shell Anime gefallen haben. Aber gut, das ist nur meine eigene Meinung.  Ob Genocyber bereits auf Deutsch erschienen ist weiß ich eigentlich nicht, aber wenn steht er mit Sicherheit bereits auf dem Index. Wie schon am Anfang angedeutet, handelt es sich hier nur um den ersten Teil von 5. Wobei man sagen muss das Manga Video UK, aus mir unbekannten Gründen,  nur Teil 1-3 veröffentlicht hat. Deswegen kann ich über Teil 4 und 5 nicht sehr viel sagen außer das sie wie Teil 2 und 3 zwar in gewisser Weise auf dem ersten Teil aufbauen, aber eine mehr oder weniger völlig eigenständige Geschichte erzählen. Über Teil 2 und 3 habe ich am Anfang eigentlich schon genug gesagt. Während der erste Teil für mich 4 Punkte mit Daumen nach oben ist, sind Teil 2 und 3 nur 3 Punkte mit Daumen eher nach unten. Doch das werde ich in der dazugehörigen Review noch mal genauer erläutern. Der Manga von Tony Takezaki ist in Amerika bei Viz Comics erschienen. So, und "schon" habe ich wieder fertig. Also dann, die nächsten Reviews sind dann die Sequels zu Golgo 13 und Genocyber. Ich hoffe sie kommen bald.

Meine Wertung: iria4.jpg (12247 Byte)

           Titel:    Genocyber (Genocyber)
Produktion:    © 1993 Artmic/Plex
 Spieldauer:    45 min
      Version:    dubbed, PAL, 18
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

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