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Titel:
Genocyber (Genocyber)
Produktion: © 1993 Artmic/Plex
Spieldauer: 45 min
Version: dubbed, PAL, 18
Distributor: © 1994 Manga Entertainment Ltd.
Review 014, vom 20. 05. 02
Eigentlich sollte es ja bei dieser Review um das Sequel zu
Golgo 13 - The Professional (Queen Bee) gehen, aber Anfang diesen Jahres
äußerte Mar-T, einer der Kommentatoren, den Wunsch zur Review von Genocyber. Und
da ich dem schon einmal nachgegeben habe, dachte ich mir warum nicht wieder. Na
ja, ich meine wenn tatsächlich Interesse besteht, wäre ich ja schön dumm dem
nicht nachzukommen. Also langer Rede kurzer Sinn, hier nun die Review zu
Genocyber Stage (oder auch Part, ganz wie ihr wollt) 1. Der Teil heißt zwar
hier A New Lifeform, ist aber auch unter Birth of Genocyber bekannt.
Vielleicht noch eine kurze Bemerkung zur aktuellen Diskussion
nach Erfurt, die speziell diesen Bereich des Entertainment wieder mal stärker
ins Interesse der Ordnungshüter Rücken wird. Es gibt natürlich kaum rationelle
oder besonders plausible Gründe warum man so was wie Genocyber produzieren oder
sich ansehen sollte. Aber ohne das ausloten von Grenzbereichen wäre die
künstlerische Freiheit... im Arsch, wie H. so schön sagen würde. Und um festzustellen, und zu bewerten, ob dieser oder jener Anime-Titel jetzt nur Gewaltverherrlichung
ohne jeglichen künstlerischen Anspruch ist, oder nicht, ist diese Seite, unter
anderem, auch im Netz. Die Politik würde diesem Bereich der Unterhaltung
natürlich lieber heute als morgen den Gar ausmachen (weil sie selber vielleicht
nicht genug an den Gewinnen beteiligt sind, oder ...) aus welchen Gründen
auch immer, jedenfalls sollten hier (auf dieser Seite) die Meinungen weiterhin
frei von Vorurteilen gegenüber dieser Art der Animationsfilme
bleiben. Man kann
den japanischen Anime nicht pauschal als gewaltverherrlichend verurteilen.
Selbst extreme Produktionen wie die, die ich heute besprechen möchte, können
durchaus gut und interessant sein.
O.k., kommen wir endlich zum wesentlichen dieses Textes,
nämlich der Review. Der Grund für die Aufteilung der OVA in meiner Liste,
liegt übrigens einfach an den, für meine Begriffe, eklatanten Niveauunterschieden (in
allen Bereichen) zwischen Teil 1 und dem Rest der Serie. Aus diesem Grund wird
es in dieser Review auch nur um den ersten Teil gehen.
Gut, dann beginnen wir mal wie üblich mit der Story. Der Film
beginnt damit, wie ein Wissenschaftler namens Dr. Morgan gerade eine ziemlich
wirre Theorie (die während er sie erzählt, aber gar nicht so absurd klingt) in
die Videokamera seines Assistenten Kenneth Reed abgibt. Die Essens seines
Vortrags ist, das er beim Menschen den Shi (...ich hoffe das ist richtig geschrieben), also
die geistig und mental Energie
mit der man "Berge versetzen" kann, lokalisiert hat. Es soll sich, bei
dieser Energie, um so eine
Art Wind handeln (wahrscheinlich so was wie die Sonnenwinde),
dem er den Namen Vajra gegeben hat. Schließlich hat er eine Maschine entwickelt, die er
Mandala nennt, mit der man diese Vajra-Energie im Menschen erwecken kann. Als Versuchskaninchen hat er seine schwangere Frau
ausgewählt. Das Kind soll dann der erste Mensch sein, der im Besitz dieser
Vajra-Energie ist. Der Name dieser neuen
Lebensform soll dann Genocyber sein. Nach diesem Prolog gibt es dann den Vorspann,
der den Ort der Handlung zeigt, der diesmal, zur Abwechslung, nicht Tokio sondern
Hongkong heißt. Eine Nachrichtensprecherin berichtet davon, das sich die Nationen
der Welt, nach einer Krise in Südafrika, wieder mal zu einem Militärbündnis zusammenschließen wollen. Die
Geschichte setzt dann 14 Jahre nach dem Prolog wieder ein. In einem Hinterhof wird man, als erstes, Zeuge
wie ein Junge von dem Anführer einer Halbstarkengang zusammengeschlagen wird.
Der Junge bleibt bewusstlos zurück. Als er wieder erwacht stellt er fest das
bei ihm ein blondes Mädchen wartet, neben der ein abgetrennter menschlicher Arm liegt. Die Polizei
hat bereits die passende Leiche zu dem Arm. Es handelt sich um einen
Wissenschaftler, der militärischen Forschungsabteilung von Kuron, einem großen Waffen
Konzern. Der ermittelnde Detektive der Polizei hat den Konzern schon länger im
Verdacht. Unter anderem wegen eines Falls vor 14 Jahren. Bei einem Besuch bei
seinem Hauptverdächtigen, dem Leiter der Forschungsabteilung von Kuron in
Hongkong, Dr. Kenneth Reed, muss er die Bekanntschaft von Diana machen. Sie demonstriert
dem Detektive gleich mal die Möglichkeiten der Vajra-Energie, indem sie ihn
mental kurz in eine Alptraumwelt entführt, was ihm einen gehörigen Schock
versetzt. Reed unterbricht die Sache bevor der Detektive ernsthaften Schaden
nimmt, indem er das braunhaarige Mädchen zu Boden schlägt, und die Polizisten
dann auffordert zu gehen, da keine Beweise für eine Schuld, im aktuellen
Fall
vorliegen. Nachdem die Polizei gegangen war, unterhalten sich Diana und Reed,
die ihn Vater nennt, über das blonde Mädchen, das den Arm des ermordeten bei
sich hatte, und nennen es dabei Elaine. Reed ist äußerst unzufrieden, da Elaine
aus der Forschungseinrichtung verschwunden ist. Ohne sie kann er seine
Forschungen nicht fortsetzen. Er lässt seine Wut darüber an Diana aus, die ihm
aufgrund ihres Körpers ausgeliefert zu sein scheint, der wie es aussieht sehr
viel kybernetische Technologie enthält. Als nächstes finden wir uns in einem
Restaurant wieder, wo eine dreiköpfige Spezialeinheit sitzt, die vom
Korun-Hauptquartier in Tokyo, ausgeschickt wurde Elaine wieder einzufangen.
Währenddessen erwacht Elaine gerade aus einem Alptraum, in dem die Stadt in
Flammen steht. Sie befindet sich in einem noch unbewohnten Hochhaus. Der Junge
vom Anfang befindet sich bei ihr. Sie scheint stark geistig zurückgeblieben zu
sein, weil sie sich wie ein Hund freut als der Junge mit einer Einkaufstüte
mit
Lebensmitteln zurückkommt. Diana wird von Reed unterdessen mit einem
mechanischen Kampfanzug versehen, und soll Elaine ebenfalls wieder zurückholen,
da anscheinend nur sie in der Lage ist, Elaines Vajra-Energie zu kontrollieren.
Die Polizei ist inzwischen ebenfalls auf der Spur von Elaine. Währenddessen
bekommen der Junge und Elaine Besuch von der Halbstarkengang vom Anfang, die
natürlich sehr schnell unangenehm wird. Doch die plötzlich auftauchende Diana
schiebt diese ein bisschen pubertär wirkende Schulhofszene auf ziemlich brutale
Weise einfach bei Seite. Stattdessen kommt es zur Konfrontation zwischen Diana
und Elaine, bei der Elaine sich erst mal für die Flucht entscheidet. Danach
fällt sie aber aufgrund der Erschöpfung durch die Flucht der dreiköpfigen
Söldnertruppe in die Hände. Diese scheinen übrigens ebenfalls extrem stark
mit kybernetischer Technologie vollgestopft zu seien. Sie können sich aber
nicht lange an ihrem Erfolg erfreuen, weil Elaine schnell merkt was los ist, und
ihre Vajra-Energie zum Einsatz bringt. Das hat zur Folge das sich einer der drei
auf ziemlich unsanfte Art und Weise selbst tötet.
Die anderen beiden ergreifen
mit dem Jungen, der immer noch bei Elaine war, die Flucht. Elaine wird von der
Polizei aufgegriffen und ins Krankenhaus gebracht. An dieser Stelle erfahren wir
mehr über die Hintergründe und die Beziehung zwischen Diana und Elaine. Sie
sind die Zwillinge die bei dem Experiment des Wissenschaftlers Morgan, aus dem
Prolog, geboren wurden. Morgan ist mit seiner Frau bei einem ungeklärten Unfall
ums Leben gekommen. Die Polizei verdächtigt Reed und Kuron, doch konnte
anscheinend nichts beweisen. Aber sie vermuten das es sich bei den beiden
Zwillingsschwestern um ein Projekt zu einer ultimativen Waffe handelt, welches Kuron
finanziert hat. Aber die neuen Erkenntnisse nützen ihnen nichts mehr. Reed
überfällt das Krankenhaus mit einer Horde von maskierten Wissenschaftlern, die
ein Blutbad unter den Krankenhausangestellten und Polizisten veranstalten. Es
kommt zu einer erneuten Konfrontation zwischen Diana und Elaine, die in einer
handfesten Auseinandersetzung zwischen den beiden endet, bei der sich Elaine
nach einer starken Verletzung in pure Energie verwandelt, und in
den arg lädierten
Körper ihrer Schwester übergeht. Die beiden übriggebliebenen Cyborgsöldner
von Korun sind über die Entwicklung nicht besonders erfreut, da sie jetzt ihrem
Auftraggeber keine brauchbaren Ergebnisse mehr vorweisen können. Sie
entschließen sich erst mal Reeds Gehilfen aus den Weg zu räumen und dann Reed
und das was von Diana noch übrig geblieben ist nach Tokio zu überführen. Reed
versucht den beiden zu erklären was es mit Diana und Elaine auf sich hat.
Nämlich das Diana seit ihrer Geburt unter Muskelschwund leidet und Elaine
geistig zurückgeblieben war. Währenddessen lebt Elaine in Dianas Körper weiter. Als
sich die beiden Söldner gerade auf den Weg nach Tokio machen wollen, übernimmt
Elaine Dianas Körper und mutiert zu einem alienartigen Monstrum. Die zwei
Cyborgsöldner mutieren daraufhin ebenfalls, zu ihrer vollen Kampfkraft, haben
aber dem Genocyber nicht mehr viel entgegenzusetzen. Der Genocyber oder vielmehr
Elaine muss aber auch feststellen, das bei dem Kampf, der mit ihr befreundete Junge, getötet
wurde. Bei ihrem darauffolgenden Wutausbruch wird ganz Hongkong in einer
gewaltigen Explosion komplett vernichtet. Am Schluss sieht man Elaine, wie sie
nicht mehr als das Monstrum sondern wieder als blondes Mädchen den Strand entlang
geht. Und man hört wie sie sich mit dem Geist ihrer Schwester in Gedanken unterhält.
Dies ist der Schluss des wohl bizarrsten Cyberpunkanimes den ich bisher
gesehen habe. Außergewöhnlich, vor allem wegen des Einsatzes unglaublicher
visueller Brutalität in Verbindung mit ungewöhnlichen Effekten. Aber der Reihe
nach. In diesem Anime gibt es kein Gut oder Böse sondern nur Opfer, und zwar Opfer der
Wissenschaft. Dieser Film inszeniert in eindrucksvoller Weise eine moderne
Apokalypse (mit nur einem apokalyptischen Reiter).
Der Genocyber der so was wie eine personifizierte Atombombe ist, und dazu
natürlich der Mensch, der nicht in der Lage ist die Geister die er rief unter Kontrolle
zu halten. Aber nehmen wir das ganze ruhig mal genauer unter die Lupe. Am Anfang
hatte ich übrigens noch vergessen zu sagen, das dieser Anime-Titel im frühen 21sten
Jahrhundert angesiedelt sein soll. Was mir an diesem Titel besonders positiv
auffällt ist die Erzählweise der Story, die größtenteils ohne diese
oberlehrerhaft wirkenden Erläuterungen auskommt, was diesen Titel doch sehr
erwachsen wirken lässt. Gröbere Zusammenhänge werden durch TV-Nachrichten vermittelt.
Es ist kein Problem die Bedeutung der einzelnen Charaktere und ihre Einordnung
in die Handlung empirisch zu verstehen, ohne ständig noch mal erklärt zu
bekommen was jetzt warum vor sich geht. Der Vorteil den eine OVA hier hat, wird
bei diesem Titel voll ausgenutzt. Keine kindgerechte Aufbereitung wie es bei
TV-Produktionen der Fall ist. Und Obwohl der Film auch auf Stereotypen setzt,
wie zum Beispiel den sadistischen Wissenschaftler, hat das ganze, meiner Meinung
nach, eine unheimliche Tiefe. Die drei Parteien (Söldner, Reed und Polizei),
die Elaine hinterher jagen und sich dabei gegenseitig eliminieren sind wirklich
gut in Szene gesetzt worden. Mit Elementen aus dem Horrorgenre wird eine
wirklich bemerkenswert düstere Atmosphäre erzeugt. Zum Beispiel Reeds
verrückte Wissenschaftler die wie eine Armee von Jasons aussieht, und das
Krankenhaus in ein Schlachthaus verwandeln. Die Masse an abgetrennten
Gliedmassen und menschlichen Eingeweiden in diesem Film übersteigt eigentlich
jegliches erträgliche
Maß. Als ob die Macher in eine Art Blutrausch geraten
sind und sich dann in eine Gewaltorgie hineinsteigerten, wie vor allem die Szene
im Krankenhaus zeigt. Besonders gut gefällt mir aber der Konflikt zwischen den
beiden Schwestern, der natürlich der Konflikt zwischen der rationellen (Diana)
und der rein emotionalen (Elaine) Seite des Menschen, im übertragenen Sinne
ist. Und dieser Konflikt wird immer von der emotionalen Seite gewonnen, die aber
in Wirklichkeit auch die zerstörerischere Seite ist, wie die Vernichtung
Hongkongs zum Schluss zeigt. Genial der Einfall das eine Maschine den
menschlichen Geist als zerstörerischste Kraft überhaupt erweckt. Übrigens der
Name der Maschine, Mandala, ist kein Fantasiename, sondern ein Wort aus dem Sanskrit
(altind. Gelehrtensprache). In Tibet und im jap. Buddhismus wird so ein
mystisches Diagramm (Schaubild) in Form eines Kreises oder Vielecks bezeichnet,
das bestimmte geistige Zusammenhänge versinnbildlichen soll. Gerade das man hier
solche parallelen im übertragenen Sinne ziehen kann ist, meiner Meinung nach,
von besonderer Bedeutung. Natürlich spielt sich die Geschichte zum großen Teil
auch im metaphysischen Bereich ab, was die Anlage der Story aber nun mal auch mit sich
bringt.
Die visuelle Umsetzung ist bei diesem Titel besonders
ausgefallen. Das limitierte Budget das eine OVA im allgemeinen zur Verfügung
hat, wurde hier mit Kreativität und exzellentem Design ausgeglichen. Schon der
Prolog der in schwarzweiß gezeichnet wurde, um damit den Sucher einer Kamera zu
simulieren, ist ein genialer Einstieg. Und um den Zuschauer gleich zu Beginn noch
mehr zu verunsichern werden im darauffolgenden Vorspann Realbilder aus Hongkong
gezeigt. Ein Effekt der im Film, bei den Sequenzen mit den TV-Nachrichten noch
mal eingesetzt wurde. Es ist hier ein Effekt der wirklich gut hineinpasst. Er
trägt, meiner Meinung nach, zur gewünschten Atmosphäre des Titels bei. Doch
wenn man bei diesem Titel vom Einsatz realer Sequenzen redet, muss man eigentlich
die wie aus einem
billigem Horrorfilm stammenden Einspielungen, nennen, in denen zum Beispiel einfach nur
zwei Glasaugen in blutiges Hackfleisch gedrückt wurden und dann wahrscheinlich
ein Gebissähnliches Haushaltsgerät verschoben wird. Oder es wird ein
Zeckenkäfer auf selbiges Fleisch gesetzt, das hier die Gehirnmasse
darstellen
soll. Ich weiß natürlich das viele nur auf teuere Highendeffekte alla
Hollywood stehen und so was wie das hier kategorisch ablehnen. Obwohl ich das, als
ich es das erste mal gesehen hab, irgendwie auch nicht so gut fand, bin ich jetzt der
Meinung das das einbauen dieser Sequenzen ein wirklich genialer Einfall ist.
Ebenfalls wird von vielen Computergrafik in Animes abgelehnt. In Genocyber wird
hiermit eine Art Flug durch die Nervenbahnen im Gehirn dargestellt, wenn es in
den metaphysischen Bereich geht. Und auch hier muss, ich für meinen Teil, sagen
das mir der Einsatz der Computergrafik hervorragend gefallen hat. Es passt
einfach und all diese Effekte zusammen, heben den Film auch positiv aus dem Einheitsbrei heraus.
Natürlich werden jetzt einige sagen, was interessieren mich billige Effekte, ich will
Animationen sehen. Aber ich wäre nicht so voll des Lobes, wenn nicht auch hier außergewöhnliches
geboten würde. Die Charaktere sind allesamt zwar nur guter Standard. Besonders
hervorzuheben sind aber die
Mecha- und, nun ja, Splatterdesigns. In was sich die
zwei Cyborgs zum Schluss verwandeln ist wirklich unglaublich. Und der Polizeidetektive,
der nach Reeds Überfall auf das Krankenhaus, mit freiem Blick auf seine
Innereien erwacht, ist wirklich unbeschreiblich. Man sollte das zwar
nicht so herausstellen, aber es wird hier in so einer übertriebenen Art und
Weise als künstlerisches Stilmittel eingesetzt, das es einfach genannt werden
muss. Es ist zwar absolut unverhältnismäßige Brachialgewalt, nach der die Story
eigentlich nicht direkt verlangt, aber das ganze wirkt einfach. Man hat das Gefühl einen Experimentalfilm vor sich zu
haben, der meiner Meinung nach, auch gut auf Arte laufen könnte. Aber damit
ich hier nicht falsch verstanden werde. Ich bin wirklich kein Fan von
stumpfsinniger visueller Gewalt. Ich mache nur einen Unterschied zwischen sagen
wir so plump abgespulter Gewalt wie sie zum Beispiel in dem Anime Baoh zu sehen
ist. Das hat für mich nichts mit Kunst zu tun sondern ist einfach nur billige
und uninspirierte Haudraufaktion. Bei Genocyber wird viel mit Standbildern
gearbeitet, was das ganze einfach besser wirken lässt als irgendwelche Pseudozeitlupen.
Genocyber ist ein Anime der mich, im Gegensatz zu Baoh, wirklich beeindruckt hat.
Mich
hat der Titel also absolut begeistert. Der Name des Regisseur ist vielleicht dem
ein oder anderen schon mal untergekommen. Es handelt sich hierbei um Koichi
Ohata. Für diejenigen die ihn vielleicht noch nicht einordnen können, sei hier
gesagt das es sich hier um den Mann handelt, der sich M.D.Geist ausgedacht hat
(der mir aber nicht ganz so gut gefallen hat wie Genocyber). Der Genocyber basiert
übrigens lose auf einem gleichnamigen Manga von Tony Takezaki, der seinerseits
besonders auch für die Geschichten der A.D. Police verantwortlich war (die vor
dieser OVA entstanden ist). Neben diesen beiden Namen könnte man im Zusammenhang
mit dem Produktionsdesign vielleicht noch Kimitoshi Yamane nennen, der zum
Beispiel auch bei der derzeit auf MTV laufenden TV-Serie The Vision of
Escaflowne mitgewirkt hat. So, jetzt haben wir einen kleinen Eindruck davon wer
die Leute sind, die sich so was wie Genocyber ausdenken. Ich könnte noch
erwähnen das mir das "Lied" aus dem Abspann gut gefallen hat, weil es
sehr gut zu diesem Titel passt, wie übrigens auch die gesamte musikalische Untermalung.
Es handelt sich bei dem Song aus dem Abspann übrigens um das japanischen
Original und nicht wie bei Manga Video oft bemängelt (allerdings nicht von mir)
um Eigenproduktionen. In
der AnimaniA stand die Review zu diesem Titel bereits in Ausgabe 3. Dort wird unter
anderem von einem echt kranken Film geschrieben, bei dem die Zusammensetzung von
Realsequenzen und Computergrafik bisher am besten gelungen ist. Wohlgemerkt
stammt die Ausgabe 3 aus dem Jahr 1995.
Doch ich muss sagen das für mich dieser
Titel bis heute immer noch ein Highlight ist. Höchstwahrscheinlich weil man
etwas Vergleichbares auch nicht wieder zu sehen bekommen wird. Nichtsdestotrotz
gebe ich diesem Titel bei meiner Wertung nur 4 Sterne. Das liegt nicht daran das
ich den Titel mit 45 Minuten für zu kurz halte. Es gibt einfach ein paar wenige
Punkte die mich von der Höchstwertung abhalten. Das zurückgreifen auf
Standardelemente, von Superheldenstorys, stößt mir dann doch ein bisschen auf.
Man hat es fast geschafft, diesen letzten Rest infantiler Elemente zu
vermeiden, aber eben doch nicht ganz. Was sich beim Design an Experimentalen
getraut wurde, hat man bei der Story einfach
nicht konsequent genug durchgezogen. Ich meine wenn schon, dann richtig. Ich
kenne zwar die Mangas nicht, aber ich könnte mir vorstellen, das man sich dort
besser aus der Affäre gezogen hat. Und allein auf Grund dieser Vermutung zieh
ich dem Titel hier einen Stern ab. Ganz schön dreist vielleicht, aber so ist es
nun mal. (Zur Vorsicht sollte ich vielleicht doch noch mal kurz erwähnen, das die
Kassette von außen ziemlich harmlos aussieht. Zartere Gemüter seien an dieser
Stelle gewarnt, auch wenn es meistens das Gegenteil bewirkt. Wenn ich von
extremen Darstellungen schreibe, dann meine ich wirklich, das es, ohne
Übertreibung, mit nichts zu vergleichen ist, was es sonst so zu sehen gibt. Ich
rede vom Urotsukidoji- und Fist of the North Star- Level, was die
Gewaltdarstellungen angeht. Selbst wenn die Bilder auf dieser Seite das noch
nicht vermuten lassen.)
Nachdem
ich nun meine Meinung zu diesem Anime kundgetan habe, werde ich wie immer im
letzten Abschnitt noch ein paar allgemeine Informationen zu diesem Titel zum
besten geben. Zu aller erst ist hier wohl die Tatsache zu
nennen, das diese OVA die erste in der Geschichte des Anime gewesen ist, die in
den USA eher auf den Markt kam als in Japan, und zwar von der Firma U.S. Manga
Corps. (in Japan dann übrigens von Bandai Visual). Und das ganze auch nur in
Untertitelter Form. Manga Video UK hat den Titel dann mit einer englischen
Synchro, in Europa vertrieben. Die Synchro ist absolut in Ordnung, bis
vielleicht auf Elaines Geschreie, das mich ein bisschen genervt hat. Als
Vermarktungsstrategie hat man sich, bei Manga Video, einfallen lassen, Genocyber mit den beiden
OVAs A.D. Police und Cyber City OEDO 808 zusammen unter dem Namen Cyberpunk
Collection herauszubringen. Wobei das meiner Meinung
nach nicht notwendig war,
da diese drei OVAs keine gegenseitige Unterstützung notwendig haben. Sie
gehören alle drei zum besten was der Anime im Bereich Cyberpunk zu bieten hat.
Um einen Vergleich zu ziehen möchte ich sagen das mir diese drei OVAs viel
besser als zum Beispiel der Ghost in the Shell Anime gefallen haben. Aber gut, das ist nur meine
eigene Meinung. Ob Genocyber bereits auf
Deutsch erschienen ist weiß ich
eigentlich nicht, aber wenn steht er mit Sicherheit bereits auf dem Index. Wie
schon am Anfang angedeutet, handelt es sich hier nur um den ersten Teil von 5.
Wobei man sagen muss das Manga Video UK, aus mir unbekannten Gründen, nur
Teil 1-3 veröffentlicht hat. Deswegen kann ich über Teil 4 und 5 nicht sehr
viel sagen außer das sie wie Teil 2 und 3 zwar in gewisser Weise auf dem ersten
Teil aufbauen, aber eine mehr oder weniger völlig eigenständige Geschichte
erzählen. Über Teil 2 und 3 habe ich am Anfang eigentlich schon genug gesagt.
Während der erste Teil für mich 4 Punkte mit Daumen nach oben ist, sind Teil 2
und 3 nur 3 Punkte mit Daumen eher nach unten. Doch das werde ich in der
dazugehörigen Review noch mal genauer erläutern. Der Manga von Tony Takezaki
ist in Amerika bei Viz Comics erschienen. So, und "schon" habe ich
wieder fertig. Also dann, die nächsten Reviews sind dann die Sequels zu Golgo
13 und Genocyber. Ich hoffe sie kommen bald.
Titel:
Genocyber (Genocyber)
Produktion: © 1993 Artmic/Plex
Spieldauer: 45 min
Version: dubbed, PAL, 18
Distributor: © 1994 Manga Entertainment Ltd.
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