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Titel:
Genocyber (Genocyber)
Produktion: © 1993 Artmic/Plex
Spieldauer: 25 min, 23 min
Version: dubbed, PAL, 18, 15
Distributor: © 1995 Manga Entertainment Ltd.
Review 016, vom 11. 08. 02
Na gut. Aus "gleich" wurde eine Woche später,
aber "vielleicht" hat´s ja keiner gemerkt. Am besten komme ich ohne weitere Umschweife zum Thema.
Mit Genocyber Stage 2 & 3 soll die Geschichte, aus dem
ersten Teil, fortgeführt werden. Der endete ja damit, das sich das
Genocyber-Monster in Elaine verwandelte, nur mit dem Unterschied, das sie jetzt
einen kybernetischen Körper hat (siehe Review
zu Stage 1). Die beiden Episoden tragen übrigens in Großbritannien die
Titel Vajranoid Attack und Global War. (In den Staaten wurden die beiden
Episoden zusammengefasst unter dem Titel Vajranoid Showdown.)
Elaine befindet sich zu beginn von Stage 2, mit drei Kindern,
auf der Flucht vor drei Kampfhubschraubern. Als diese das Feuer eröffnen kommen
die Kinder ums Leben, Elaine sieht im wahrsten Sinne des Wortes rot, wird zum
Genocyber-Monster und zerstört die Kampfhubschrauber. Im japanischen
Hauptquartier der Kuryu Group (oder auch Kuron Group - zumindest stand´s so auf
der Kassette von Stage 1) wird uns dann erklärt, um welchen Konflikt es sich
dabei handelt. Ein kleines Land, namens Karain, ist gegen die Pläne eines
großen Militärbündnisses (von dem schon in Stage 1 die rede war). Das Ende
der aggressiven Außenpolitik von Karain ist dann der Angriff eines
Nachbarlandes durch Karain. Daraufhin schaltete sich das Militärbündnis ein, und es kam zu
dem Zwischenfall mit den Kampfhubschraubern, vom Anfang. Von einem Satelliten
wurden dabei Bilder vom Genocyber aufgenommen. Die Verantwortlichen schicken
daraufhin den Flugzeugträger Alexandria, mit den neusten Kampfjets, in das
Gebiet und erbitten von der Kuryu Group Unterstützung, da sie sich nicht sicher
sind womit sie es zu tun haben. Kuryu stimmt Kurzerhand zu und sendet ein
Wissenschaftlerteam mit ihrer neusten Entwicklung zur Alexandria. Bei dieser
neuen Entwicklung handelt es sich um einen Cyborg mit dem Namen
Vajranoid. Dieser Vajranoid soll mit Hilfe der Vajra-Energie die perfekte
Kontrolle über jegliche Art von Waffe haben. Bei dem ersten Test des Vajranoid
als Jetpilot, kommt es aber gleich zu einem Zwischenfall. Der Vajranoid greift
mit seinem Kampfjet ein kleines Zivilflugzeug an, das danach auf der Alexandria
notlandet. An Bord befindet sich als Passagier (natürlich) der Genocyber, in
Form von Elaine. Der verantwortliche Wissenschaftler bekommt die Schuld an dem
Zwischenfall und ist äußerst ungehalten über das Verhalten seiner Schöpfung.
Der Vajranoid informiert ihn aber, das er nichts weiter gemacht hat, als auf
eine drohende Gefahr zu reagieren, womit ganz offensichtlich die Gegenwart des
Genocyber gemeint ist. Selbst in seiner harmlosen Form (als Elaine) spürt der
Vajranoid die Bedrohung durch den Genocyber. Elaine ist in der Zwischenzeit mit der Schiffsärztin
in der Kantine. Die Schiffsärztin fühlt sich sofort für das kleine Mädchen
verantwortlich, das mit niemanden spricht. Sie hat ihre eigene Tochter bei einem
Flugzeugunglück verloren, für das übrigens der Genocyber im Zusammenhang mit
der Vernichtung Hongkongs damals verantwortlich war. Als Elaine sich auf der
Erkundung durch das Schiff befindet, lockt der Vajranoid sie mit Hilfe einer
Illusion an. Eine handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Genocyber-Monster
und dem Vajranoid steht unmittelbar bevor. (übrigens das das Ende von Stage 2)
Der Vajranoid setzt dem Genocyber stark zu. Er versucht dabei
die Kontrolle über den Genocyber zu bekommen, den er anscheinend als nichts
weiter als eine weitere Waffe ansieht. Er versucht es indem er über den Arm in den Organismus des
Genocyber eindringt. Der Genocyber trennt sich den Arm ab, der in einem
Lüftungsschacht landet, und zerstört den Vajranoid dann. Danach verwandelt
sich der Genocyber wieder zurück in Elaine, die von der Schiffscrew neben dem
zerstörten Vajranoid gefunden wird. Doch der abgetrennte Arm des Genocybers
scheint unter der Kontrolle des Vajranoids ein Eigenleben entwickelt zu
haben.
Der verantwortliche Wissenschaftler vermutet das Geheimnis hinter
Elaine,
aber kann es nicht beweisen. Er wird wieder für den Schaden verantwortlich
gemacht. Doch der Arm des Genocybers, der jetzt unter der Kontrolle der
Vajra-Energie des Vajranoid steht, findet seinen Weg zu dem Wissenschaftler.
Dieser glaubt nun die ganze Sache zu verstehen, und überzeugt sein
Wissenschaftlerteam den Vajranoid mit Hilfe des Arms wieder zum Leben zu
erwecken, da er fanatisch von der Überlegenheit seiner Kreation überzeugt ist.
Er bringt den Arm in den Hauptmaschinenraum des Flugzeugträgers, wo er sich zu
einem ungeheuerartigen Monstrum entwickelt, indem er sich der Körper der Crew
bedient. Dann verbindet er sich mit dem atomaren Antrieb des Schiffes, und wird
so eins mit dem gesamten Flugzeugträger und seiner Besatzung. Er verschmilzt
sozusagen mit allem an Bord, um somit die vollständige Kontrolle zu haben.
Elaine die die Schiffsärztin bis zu diesem Zeitpunkt beschützt hat, wird
wieder zum Genocyber um gegen das nun vollständig mutierte Schiff anzutreten.
Doch dabei zerstört sie nicht nur das Schiff, sondern beginnt anscheinend auch
gleich noch alles andere zu zerstören, sprich die Staaten des globalen
Militärbündnisses. Zumindest wird das so angedeutet. Das ist jedenfalls das
Ende von Stage 3, und damit auch dieser Geschichte des Genocybers.
Tja, wie schon bei Stage 1 gesagt, ist der Titel wirklich bizarr.
Man weiß nicht so richtig ob das jetzt ein Happyend ist oder nicht. Hat nun das
Gute gewonnen oder nicht, ich meine mit dem Versuch des Genocybers die gesamte zivilisierte
Welt zu zerstören? Die Aussage von Stage 2 & 3 ist jedenfalls die selbe, wie
beim ersten Teil, geblieben: Der Mensch verliert die Kontrolle und
unterliegt wieder mal sich selbst. Er ist einfach nicht in der Lage seine "
gottgleiche Schöpferkraft" in für ihn positive Bahnen zu lenken, obwohl
sich nach Stage 1 die Sache (mit dem Genocyber) ja wieder beruhigt zu haben
schien. Doch da es nicht möglich war den Genocyber auch in Ruhe zu lassen,
wurde die nächst höhere Katastrophe ausgelöst. So gesehen hat die Story
eigentlich den nächsten logischen Schritt gemacht, obwohl das mit dem Schluss
(der Vernichtung der Welt), meiner Meinung nach, nicht genug deutlich wird. Trotz
das die Namen, wie Koichi Ohata als Regisseur, die selben
geblieben sind, hat sich die Qualität im vergleich zu Stage 1 doch erheblich
verschlechtert. Die Story ist zwar genau das, was man von Ohata erwartet hat, aber die
Realisierung hat nicht mehr den Ausnahmestatus des ersten Teils. Der Genocyber
oder Elaine findet sich Zufällig genau dort wieder, wo er Aufgrund
himmelschreiender Ungerechtigkeit gegenüber wehrlosen Kindern in einen Kampf
mit der gesamten Welt verwickelt wird. Das hat leider nur noch wenig von der innovativen
Geschichte von Stage 1. Das ganze erinnert einfach nur sehr stark an den
"unglaublichen" Hulk, was bei mir nicht gerade als Pro gewertet wird.
Die Geschichte schwankt zwischen den Ambitionen von Ohata und dem einer
durchschnittlichen Animestory, über ein Wesen mit übernatürlichen Kräften. Wenn
man sich die reine Story so ansieht, ist sie zwar gut durchdacht, aber das
potential wird,
wie bei so vielen Animes, durch eine sehr schwache Umsetzung
verschenkt. Auf den Einsatz von Effekten, wie im ersten Teil, wurde bei Stage 2
&3 komplett verzichtet, was der OVA bereits viel von ihrer Exklusivität
einbüssen lasst. Die Story wirkt dadurch entschärft, was sich zum Beispiel auch
in der Altersbeschränkung wiederspiegelt, die bei Stage 2, wahrscheinlich in Erinnerung
an den ersten Teil, zwar noch bei 18 lag, aber bei Stage 3 auf 15 korrigiert
wurde. Das soll natürlich nicht heißen das der Titel schlechter geworden ist,
nur weil seine Altersbeschränkung nach unten gesetzt wurde. Tatsache ist aber,
das die Story nicht mal mehr Ansatzweise den Anspruch und die Atmosphäre seines
Vorgängers hat. Der Stil der Erzählweise unterscheidet sich kaum noch vom
normalen Durchschnitt. Dieses Sequel lebt nur durch seinen extrem guten
Vorgänger. Die Geschichte hat sogar stark auffällige Ähnlichkeiten zu anderen
Animes. So hat mich zum Beispiel der mit dem Schiff verschmolzene Vajranoid sehr
an den ersten Teil der Bubblegum Crisis OVA erinnert, wo ein Boomer ebenfalls zu
so einem übergroßen Monster mit seiner Umgebung fusioniert. Die
Bubblegum Crisis OVA ist dabei aber bereits 6 Jahre älter als der Genocyber. Und ich muss
sagen das mir diese Idee sowieso nicht besonders gut gefällt, da sie mir viel
zu übertrieben und eher schon wieder ein bisschen zu kindisch
Unverhältnismäßig vorkommt. Die Story ist zwar mit Sicherheit nicht
langweilig, aber auch nicht mehr als durchschnitt.
Leider
hat man sich auch bei der graphischen Umsetzung, im Vergleich zum Vorgänger,
nicht mehr gerade mit Ruhm bekleckert. Meiner Meinung nach, handelt es sich hier
nur noch um guten TV-Standard. Es wird viel mit Standbildern und bewegungsarmen
Einstellungen gearbeitet, was hier teilweise unangenehm auffällt, wie zum
Beispiel wenn die Schiffscrew in der Kantine gezeigt wird. (Eine
Schwenkeinstellung bei der sich nichts bewegt, nur der Ton läuft.) Man versucht
mit den schon angesprochenen übertriebenen Darstellungen die Sache noch
interessant zu halten und damit irgendwie eine Steigerung zum Vorgänger vorzugaukeln. Das ganze
wirkt aber größtenteils einfach nur extrem unmotiviert inszeniert. Das Charakterdesigns
ist leicht verändert. Es wurde noch einfacher gegenüber dem Vorgänger. Es
gibt keine Highlights zu sehen, es sei denn man kann sich an den paar
übertriebenen Gewaltdarstellungen erfreuen. Durch die fehlenden Effekte des ersten
Teils, verliert die OVA ihre gesamte innovative Kreativität, die
irgendwie auch den Reiz an diesem Titel ausgemacht hat. Stage 1 hat sehr stark
von den bizarren Darstellungen gelebt. Was man aber in Stage 2 & 3
vorgesetzt bekommt, erinnert wirklich nur noch an uninspirierten, billigen
B-Movie-Trash. Da ist einfach nichts besonderes mehr dran, außer die paar übertriebenen Gewaltdarstellungen, die aber auch nicht besonders einfallsreich
aussehen, und selbst wenn, auch keinen guten Film mehr aus dieser OVA machen
könnten.
Genocyber Stage 2 & 3 waren im Vergleich zum
Vorgänger einfach eine Enttäuschung. Alles was die seltsam faszinierende
Atmosphäre des ersten Teils ausgemacht hat, war einfach nicht mehr vorhanden.
Der Titel wurde auf ein Level zurückgestuft, das sich vom üblichen TV-Standard
nur noch durch die übertriebenen Gewaltdarstellungen abhebt. Man hat tatsächlich
das Gefühl. das die Macher ein "bisschen" die Lust an dieser Story verloren haben.
Die AnimaniA schrieb (in ihrer Review in Ausgabe 3) ebenfalls, das die
Fortsetzung, auf Grund der fehlenden Spezialeffekte, nicht mehr die Atmosphäre
des ersten Teils ereicht, beurteilt die OVA aber trotzdem noch als sehenswert. Also
ich bin der Meinung das man diese Fortsetzung nicht mehr gesehen haben muss. Es
handelt sich zwar nicht um einen schlechten oder langweiligen Anime, aber er ist
auch nicht mehr wirklich gut. Es ist tatsächlich Schade, genau wie es
in der AnimaniA auch stand, das man hier bei der Fortsetzung nicht mehr den selben Enthusiasmus
an den Tag gelegt hat. Der Titel klammert sich einfach nur an den Erfolg des ersten
Teils, ist aber nicht in der Lage an dessen außergewöhnlichen Stil
anzuknüpfen, und deswegen auch nur noch durchschnitt.
Neben
den drei Teilen in meiner Liste (wobei 2 & 3 eigentlich als einer gelten
kann) gibt es noch einen 4. und 5.(die praktisch auch zusammen als ein Teil
durchgehen könnten). In den Staaten kamen 2 & 3 und 4 &
5 jeweils zusammen auf einer Kassette raus. Auf der Insel dagegen wurden von
Manga Video Teil 4 & 5 bis heute einfach nicht veröffentlicht. In der
AnimaniA (Ausgabe 4) war man sehr aufgebracht über diese Tatsache, es wurde von
"Krieg" zwischen den Vertrieben, Manga Video und Kiseki geschrieben,
aber im nächsten Atemzug wurde auch gleich noch gesagt, das die Teile 4 und 5
eigentlich nicht mehr der Rede wert sind. Und ich kann mir auch kaum vorstellen
das man den Standard noch mal angehoben hätte, eher im Gegenteil. Also ich
weiß nicht. - Dem Vertrieb Manga Video wurde ja von der AnimaniA, im laufe der
Jahre, immer schon viel
Inkompetenz vorgeworfen, was ich aber nicht so sehe. Meiner Meinung nach, ist die
Auswahl der meisten Titel von Manga Video wirklich gut.
Und Vielleicht hat man
sich ja bewusst entschieden dem Europäer die letzten beiden Teile auf Grund des
zu stark gesunkenen
Niveaus, zu ersparen. Wir sollten uns vielleicht ja
nicht darüber beschweren, sondern vielmehr dankbar sein. Ich weiß, ich lehn
mich jetzt hier weit aus dem Fenster für jemanden, der die Teile 4 & 5 noch
gar nicht gesehen hat. Ja, nach Teil 2 & 3 hatte ich kein verlangen mehr,
mir die beiden letzten Teile von U.S. Manga Corps. noch zu bestellen, weil ich eigentlich
der Meinung bin das ich nichts besonderes mehr verpasse. Es soll ja in
diesen Teilen die 100derte von Jahren nach 2 & 3 spielen darum gehen, das
die Erde durch den Krieg zwischen dem Genocyber und der Kuryu Group total
verwüstet wurde, sich dann eine Art postapokalyptische Gesellschaft entwickelt
hat, die "natürlich" unter einem totalitären Regime leidet, was dann
den Genocyber, nach Jahrhunderten der Abstinenz, wieder auf den Plan ruft. Tja
und, ich hab irgendwie das Gefühl das ich auf diese Geschichte einfach
verzichten kann. So, alles weiter Wissenswerte zu den Teilen 2 &3, steht bereits im letzten
Absatz zu der Review von Stage 1. Also werde ich jetzt hier schließen. Was die
nächsten Reviews angeht, bin ich noch am überlegen, ob ich vielleicht die beiden
anderen Titel der Cyberpunk Collektion wählen sollte, oder vielleicht auch die
beiden Titel die ich noch von Urban Vision habe. Oder vielleicht ja auch mal was
völlig anderes. Mal sehen. Also bis dann.
Titel:
Genocyber (Genocyber)
Produktion: © 1993 Artmic/Plex
Spieldauer: 25 min, 23 min
Version: dubbed, PAL, 18, 15
Distributor: © 1995 Manga Entertainment Ltd.
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