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Titel:
Golgo 13: Queen Bee
Produktion: © 1998 Saito Productions/ Shogakukan/ Goodhill
Vision/ BMG Japan/ Filmlink International
Spieldauer: 60 min
Version: dubbed, NTSC
Distributor: © 1998 Urban Vision Entertainment
Review 015, vom 02. 08. 02
Das Sequel zu The Professional - Golgo 13 lies sage und
schreibe 15 Jahre auf sich warten. Um so überraschender ist das Ergebnis, das
mit dem Vorgänger wie aus einem Guss zu stammen scheint. Aber gut, erst einmal
vielleicht die Story.
Die Geschichte beginnt mit den Bildern einer Wahlkampagne in
der sich ein gewisser Robert Hardy als Präsidentschaftskandidat aufstellen
lassen will, oder vielleicht vielmehr aufgestellt werden soll. Seine rechte
Hand, Thomas Walthom, scheint die Fäden des Kandidaten in der Hand zu haben,
und ist so wie´s aussieht fest entschlossen, mit seinem, ganz offensichtlich,
etwas labilen Kandidaten die Wahl zu gewinnen. Und dabei will er keine Risiken
eingehen und engagiert Golgo 13 um ein Problem aus der Welt zu schaffen, das den
Namen Queen Bee trägt. Es handelt sich dabei, um eine Frau die jede Woche,
unter diesem Namen, eine Todesdrohung an den Präsidentschaftskandidaten
schickt. Golgo bekommt neben Bildmaterial über sein Opfer, nur die Information,
das die etwa 29 jährige Mitglied in einer Guerillaarmee ist, die in einem
südamerikanischen Staat, um "irgendeine Freiheit" kämpft. Und von
ihrer Einheit dort bekam sie auch ihren Namen, Queen Bee, dessen Bedeutung zu
diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist. In der nächsten Szene sehen wir Queen Bee
bereits in Aktion, wie sie sich den Weg aus einer F.B.I. - Überwachung
freischießt. Sie macht gemeinsame Sache mit dem Organisierten Verbrechen, um
über Drogengeschäfte den Krieg ihrer Freiheitsarmee zu finanzieren, in der sie
bereits eine
sehr hohe Stellung hat. Und dabei scheint es ihr nichts auszumachen
mit dem örtlichen Gangsterboss in die Kissen zu springen, wodurch sie sich
wahrscheinlich die völlige Unterstützung des selbigen sichern will. Jedenfalls
treffen sich Golgo und Sonja, wie sie von allen genannt wird, in einer Bar und
später in einem Hotelzimmer, wo sie schnell herausfindet das sie Golgos
nächstes Opfer werden soll. Aber durch die ungünstigen Fluchtmöglichkeiten in
dem Hotel, muss er die Sache erst noch mal verschieben, und Sonja (Queen Bee) kann
so vorläufig erst mal unbehelligt entkommen. Walthom bekommt von ihr die
Nachricht, das sie über die Verpflichtung von Golgo 13 jetzt bescheid weiß. Walthom
möchte nichts dem Zufall überlassen und kümmert sich um einen Reserveplan.
Währenddessen macht Golgo seinen ersten Versuch Sonja in ihrem Versteck zu
töten. Doch der Versuch schlägt fehl, da sie von ihren loyalen Kampfgenossen
aus der Freiheitsarmee beschützt wird. Der Reserveplan von Walthom sieht vor,
einen "leicht" durchgedrehten Kriegsveteranen, namens Manning (weiße
Haare und Augenklappe),
mit einem Kommando in das südamerikanische
Dorf zu
schicken, wo Sonja mit ihrer Freiheitsarmee haust, um es vollkommen
auszulöschen. Inzwischen hat Golgo ein treffen mit einem Informanten, der ihm
mitteilt, das es sich bei Sonja höchstwahrscheinlich um die uneheliche Tochter
des Präsidentschaftskandidaten handelt. Walthom hat ihre Mutter ermorden lassen
und sich an ihr, die damals 11 Jahre alt war, vergangen. Sonja ist nach Golgos
Angriff wieder in ihr Dorf in südamerika zurückgekehrt, wo sie der verrückte
Manning und Golgo bereits erwarten. Die beiden treffen bei ihrer Ankunft
zufällig aufeinander, und Manning verliert dabei ein paar seiner Männer.
Außerdem wird klar woher Sonja ihren Codenamen Queen Bee her hat. Sie hat in
ihrem Dorf ein Dutzend Kinder, wobei jedes von einem anderen Mann
ist. Als Golgo
gerade in Stellung gegangen ist, um Sonja den tödlichen Schuss zu versetzen,
kommt ihm Mannings Hubschrauberangriff auf das Dorf dazwischen. Danach fällt
Manning mit seinen Männern in das Dorf ein, doch Sonja (Queen Bee) versteht
sich zu wehren. Golgo und Manning kommen sich im Versuch Sonja zu töten
gegenseitig wieder in die Quere, und es kommt zum unvermeidlichen Kampf zwischen
den Beiden. Danach kommt es zur Begegnung zwischen Sonja und Golgo. Golgo hat
sich bei dem Kampf mit Mannning schwer verletzt. Doch statt das Sonja ihren
Vorteil ausnutzt, um Golgo zu töten, glaubt sie eine verwandte Seele gefunden
zu haben, und beide machen, na ja, ihr wisst schon... Sonja ist wieder in den
Staaten um ihren Vater, der kurz vor der Ernennung zum offiziellen
Präsidentschaftskandidaten der Demokraten steht, zu töten. Doch ihr Vater
kommt ihr zuvor. In der finalen Abschlussrede erschießt er sich vor
versammelten Publikum selbst, nachdem er versucht hatte seinen Partner Walthom
zu erschießen, was aber misslang. Am Grab ihres Vaters, treffen Golgo und Sonja
zum letzten mal aufeinander, und Golgo erfüllt seinen noch ausstehenden Job.
Doch Sonja kann, bevor sie stirbt, Golgo noch den Auftrag geben, die Männer zu
töten, die für ihr Leben, so wie sie es führen musste, verantwortlich waren.
Und Golgo nimmt den Job an.
Ja, und das ist eigentlich der Schluss. Während der
Abspann läuft, bekommt man dann noch die (rein obligatorische) Ausführung des
Jobs zu sehen, was meiner Meinung nach, zwar nicht mehr notwendig gewesen wäre,
aber gut. Die Story entsprach auf alle Fälle meinen Erwartungen, an ein Sequel
zu so einem genialem Vorgänger. Es hätte aber auch nicht weniger seien
dürfen. Ich meine, die Story ist anspruchsvoll und die Charaktere wurden wirklich Interessant
in Szene gesetzt, wie man es sich für ein Sequel nicht besser wünschen kann. Man
kann eigentlich gar nicht glauben das zwischen den beiden Teilen wirklich so ein
langer Zeitraum (15 Jahre) liegen soll. Um ehrlich zu seien, kenn ich keinen
Titel, bei dem das Sequel, vom Standard her, so auf ein und dem selben Level ist,
wie bei diesen beiden Titeln. Aber ein bisschen
ist das auch das Manko des
Sequels, jedenfalls für mich. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist die
Geschichte zwar nicht schlechter, aber die Elemente einer Golgo 13 - Story
werden doch irgendwie deutlich. Ein Drahtzieher der die Fäden zieht,
Untergebene, die dann solche geistesgestörten Gegner, wie Manning,
"für" Golgo auftreiben, na ja, und Golgo selbst natürlich, der mit
seiner Art, wie ein Schweizer Uhrwerk wirkt. Das gefällt mir zwar immer noch
sehr gut, aber ich habe gemerkt das mein Interesse doch ein bisschen
nachgelassen hat. Natürlich soll das jetzt nicht heißen das die Story
langweilig ist. Es gibt auch neue Story-Elemente, wie zum Beispiel das sich im
Recht befindliche Opfer, Queen Bee, das sich nur für das zugefügte Unrecht
rächen will.
Und das dabei ihre Chancenlosigkeit, gegenüber der Übermacht an
Verrat aus ihren "eignen" Reihen (der Gangsterboss und ihr Kommandant
aus der Freiheitsarmee) Golgo auf der falschen Seite kämpfen lässt. Und obwohl
er dies erkennt, führt er seinen Auftrag eiskalt, fast emotionslos aus.
Aber eben nur fast. Der "Ehrenkodex" der "Samurai" hindert
Golgo daran die Seiten zu wechseln. Der Berufskiller Golgo 13 erlaubt sich
selbst einfach keinen Spielraum, was das angeht. Die beruflich weiße Weste ist,
so wie ich das sehe, das Erfolgsrezept dieser Figur als Charakter in der Story
und auch als Comiccharakter von über 100 Volumes. Obwohl mir die Konsequenz die
die Geschichte hier aufweißt wirklich gefällt, kommt dadurch auch meine kleine
Kritik zustande. Es lässt eine gewisse Statik vermuten, die das Schema für
eine mehrteilige OVA, also zumindest was mich angeht, auf die Dauer eher
uninteressant macht. Und daher kommt auch der Abzug in meiner Wertung zustande.
Der erste Film war für mich absolut genial. Beim Zweiten gefällt mir die Sache
zwar immer noch sehr gut, aber ist für mich einfach nicht mehr so genial, wie
beim ersten mal.
Absolut beeindruckend ist die graphische Umsetzung des
Sequels. Es gibt wirklich keine Schwächen im Vergleich zum Vorgänger. Ich
könnte mir vorstellen, das manch einer sogar zufriedener mit der graphischen
Umsetzung des Sequels sein wird, da auf den Einsatz von Computergrafik diesmal
verzichtet wurde. In der Qualität gleicht das Sequel, was Charakterdesign und
Hintergründe angeht dem Vorgänger wirklich wie ein Eineiiger
Zwilling. Das ist so unglaublich, das ich vermute, das das Material zu dieser
OVA bereits aus der Zeit seines Vorgängers stammen muss. Wenn man sich mal den
Abspann des Sequels genauer ansieht stellt man fest das zwar Dezaki wieder Regie
führte und Sugino wieder für das Charakterdesign verantwortlich war. Aber man wird
auch gewahr, das extrem viel Arbeit mit chinesischen Namen verbunden ist, was
beim Vorgänger nicht so war. Daneben
tauchen beim Geld für diese Produktion, zu den ursprünglichen zwei Firmen des
Vorgängers, viele westliche Namen auf, wie Goodhill
Vision
oder Filmlink International. Das und die Auslagerung von Arbeit nach
China könnte darauf hindeuten, das die Initiative zu diesem Sequel, vielleicht
nicht nur aus Japan kam, sondern vielleicht auch aus dem westlichen Ausland.
Doch
kann es sich nicht einfach nur um irgendwelche Leute gehandelt haben, die bloß
mal schnell ein bisschen Kohle mit einem bekannten Animecharakter machen
wollten, wenn das Ergebnis so aussieht. Es muss sich um Leute gehandelt haben,
die ein wirkliches Sequel produzieren wollten, ohne Abstriche am Originalstandard
machen zu wollen. Es handelte sich also vielleicht nicht einfach bloß um
Produzenten, sondern vielleicht auch um wirkliche Fans des Golgo-Charakters.
Anders ist mir diese Ausnahmequalität und Detailverliebtheit, im Hinblick auf das Original, nicht zu erklären. Hier wollten Leute keine halbe Sache
machen, sondern haben alles daran gesetzt, ein perfektes Sequel zu produzieren,
was ihnen meiner Meinung nach, in einer für mich bis dato unbekannten Brillanz,
auch gelungen ist. Vor allem was die graphische Umsetzung angeht. In diesem Bereich
ist das Sequel durchaus genial, obwohl ich ein bisschen die künstlerischen
Nuancen aus dem Vorgänger vermisst habe.
Zusammenfassend kann ich sagen das das Sequel für
mich uneingeschränkt empfehlenswert ist. Die Atmosphäre und das Flair aus dem
Vorgänger wird wirklich 1:1 wiederbelebt. Und dadurch zählt dieser Titel, meiner
Meinung nach, zu den Highlights im Animebereich. Allein die von mir
angesprochenen Nuancen oder Unbehaglichkeiten meinerseits, haben mich veranlasst diesem Titel,
aber nur im Vergleich zu seinem Vorgänger, einen Punkt abzuziehen. Es liegt auf
keinen Fall daran, das ich den Film für zu kurz halte, oder die Story für
irgendwie langweilig. Die Sache ist einfach nur die, das sich das Sequel an
seinem Vorgänger messen lassen muss, und dabei, meiner Meinung nach, den letzten
Funken an Innovation vermissen lässt, speziell was die Story angeht. Es gibt
Sequels die mir durchaus besser gefallen haben als ihre Vorgänger: Patlabor 2,
Macross Plus und Orguss 02. Bei diesen Titeln handelt es sich aber im Fall von
Orguss 02 um eine OVA dessen Vorgänger eine TV-Serie war oder bei Macross Plus
um eine völlig neue Geschichte dessen Vorgänger man den Altersunterschied
anmerkte, vor allem was die Erzählweise und die Story anging. Bei Patlabor 2
liegt die Sache vielleicht ein bisschen anders, aber dieser Movie ist für mich
auch eine absolute Ausnahmeerscheinung, die ich erst in einer entsprechenden Review richtig erläutern kann. Das Sequel zu The Professional: Golgo 13 gehört
für mich auf alle Fälle zum besten, was der Anime so zu bieten hat. Leider kann
ich an dieser Stelle nicht wie üblich auch die Meinung der AnimaniA schreiben,
da der Titel bis zur Ausgabe 39 (1/2001) nicht in der Zeitschrift erschienen ist. Und
seit Ausgabe 40 habe ich mir die Zeitschrift nicht mehr gekauft. (Was übrigens
nicht daran lag das die Redaktion ausgewechselt wurde, sondern vielmehr an der
Tatsache, das man sich entschied mit zwei "parallel" laufenden Magazinen
mehr Geld abzukassieren und
die verschmähten Redakteure selbst auch gleich noch eine Zeitschrift
herausbrachten. Ich nutzt die Chance und hab mich entschieden überhaupt
keine Zeitschrift mehr zu kaufen. Vor allem auch weil mein Interesse, ganz im
allgemeinen, an den dort gebotenen Texten und Information kaum noch vorhanden
war. An anderer Stelle werde ich, was das Thema Zeitschrift angeht, vielleicht
noch mal was sagen, aber es lohnt nicht darauf zu warten, da es für
mich im Moment noch Wichtigeres zu schreiben gibt.)
Für meinen letzten Absatz habe ich diesmal eigentlich
kaum was zum schreiben. Also werde ich mich mal ein bisschen mehr über die
amerikanische Vertriebsfirma auslassen, die im Moment mein absoluter Favorit unter
den Vertriebsfirmen ist. Urban Vision hat viele Titel von Streamline Pictures
übernommen und wahrscheinlich auch den größten Teil des Personals, denn die
Synchronisation des Sequels ist auf dem selben hohen Niveau wie schon das
Original. Es wurde sogar der selbe Sprecher für Golgo wieder aufgetrieben, was
nicht selbstverständlich ist. Das Cover ist bei diesem Titel übrigens wohl
etwas besser gelungen, als das von Manga Video. Obwohl die Abbildung eines realen Frauenkörpers, bei
einem Anime etwas irritierend ist. Was die Musik zum Beispiel angeht, so deutet auch
der Themesong auf eine Kooperation zwischen Japan und USA hin, wie es sich ja
auch bei der gesamten Produktion stark
vermuten lässt. Der Song passt, genau
wie der aus dem Abspann des Originals, gut zu diesem Anime. Es wurde nicht
versucht, sich irgendein "Hard Rock" - Stück aus dem Kreuz zu leiern,
um das Sequel vielleicht mehr "Up-to-Date" wirken zu lassen. Man hat
sich also, auch was das angeht, lieber ans Original gehalten. Es wurde nicht
versucht sich einer neuen (jüngeren) Zielgruppe anzubiedern, was ich den
Machern sehr hoch anrechne. Was den Vertrieb Urban Vision noch mal angeht, so
kann ich im Zusammenhang mit diesem Release vielleicht noch erwähnen, das sich
auf dieser Kassette die beste Trailersammlung, von allen bis dato bei Urban
Vision erschienen Titel befindet, die ich bis jetzt gesehen oder vielmehr
gehört habe.
Die Ausschnitte und die dazu eingespielte Musik wirken so gut, das
ich mich dabei ertappt habe, wie ich mir nur die Trailer angesehen habe und die
Kassette danach wieder zurückspulte. Selbst
Titel wie die alte Final Fantasy OVA, Gatchaman oder Dragon Slayer wirken, mit
der musikalischen Untermalung, aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen,
irgendwie interessant. Obwohl ich bei diesen Titeln normalerweise sofort
abwinken würde. Der Verzicht auf den Einsatz eines Ansagers in Verbindung mit
der nicht vom Anime selbst stammenden Musik, hat mir auf alle Fälle so gut
gefallen, das ich mir, nach dem Trailer zu Twilight of the Dark Master, den Titel
sofort bestellt habe. Ich wurde übrigens nicht enttäuscht, obwohl ich nichts
über den Titel wusste, außer was ich im Trailer gesehen hatte. Bei den
Trailern auf den anderen Kassetten wird sich dann aber wieder eines Ansager
bedient.
Jedenfalls ist es ein Glück für Animefans das der seit langem erwartete Titel
VHD: Bloodlust von Urban Vision vertrieben wird. Irgendwann kommt der Titel auch
in meine Liste, falls ich die Kassette (ja Kassette nicht DVD) jemals in Händen
halten sollte. So, alles was für Golgo 13: Queen Bee noch relevant ist, steht
bereits in der Review zu The Professional. Die nächste Review wird übrigens
über das "Sequel" zu Genocyber Part 1 sein. Also bis gleich, da ich
vorhabe diese sofort zu schreiben.
Titel:
Golgo 13: Queen Bee
Produktion: © 1998 Saito Productions/ Shogakukan/ Goodhill
Vision/ BMG Japan/ Filmlink International
Spieldauer: 60 min
Version: dubbed, NTSC
Distributor: © 1998 Urban Vision Entertainment
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