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Titel: Grave of the Fireflies (Hotaru no Haka)
Produktion: © 1988 Akiyuki Nosaka/ Shinchosha Co.
Spieldauer: 90 min
Version: dubbed, NTSC
Distributor: © 1992 Central Park Media Corporation
Review 006, vom 13. 08. 00
Also gut, auf ein Neues. Ich werd mal wieder versuchen, einen
zusammenhängenden Text zu formulieren. Wenn ich mir meine bisherigen Reviews so
anschaue, kommt mir irgendwie der Gedanke, das ich es sein lassen sollte. Aber
egal, "Übung macht den Meister". (Quatsch keine Opern, sonst
schreib ich weiter.)
Der heutige Titel wurde, genau wie der Letzte, aus
aktuellem Anlass ausgewählt. Den dieser Film ist, neben Robot Carnival, der
zweite Anime der auf Arte, vor kurzem, zu sehen war. Und zwar in einer deutsch synchronisierten
Version unter dem Titel "Die letzten Glühwürmchen". Außerdem gehört der Titel, genau wie der Letzte, zu einem der
Wenigen, der auf SiFi- und Fantasyelemente komplett verzichtet. Also wenn wir
jetzt mal davon ausgehen, das es sich, am Anfang und am Ende des
Films, nicht um ektoplasmische Lebensformen handelt.
Der Film spielt in der japanischen Hafenstadt Kobe, im Jahre
1945, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges. Erzählt wird die Geschichte eines
Geschwisterpaars, das versucht während der Zeit der amerikanischen
Bombenangriffe, zu überleben. Dabei handelt es sich zum einen um Seita,
einen etwa 13 jährigen Jungen, und seine kleine Schwester Setsuko (wahrscheinlich
5 Jahre, wird nirgends genau erwähnt). Gleich zu Beginn verlieren die beiden
ihre Mutter und müssen zu Verwandten ziehen. Wobei Seita noch versucht, den Tod
der Mutter, vor Setsuko geheim zu halten. Des weiteren versucht er sich rund um
die Uhr um Setsuko zu kümmern. Das führt mit der Tante aber öfters zu Streit, da sie der Meinung ist das Seita viel lieber versuchen sollte eine
Arbeit zu finden. Dazu scheint Seita aber nicht in der Lage zu sein, da er zu
viel Angst um das Wohl seiner Schwester hat (nehm ich mal an). Letzten Endes
führt es dazu das sie das Haus ihrer Tante verlassen und in eine Art alten Stolen
ziehen. Leider wird es dort immer schwieriger für die Beiden, etwas zu Essen zu
bekommen, da man selbst für Geld, in der näheren Umgebung, kaum noch etwas kaufen kann. Setsuko wird krank
und Seita weiß in seiner Verzweiflung nichts weiter als auf den Feldern zu
stehlen und während der Bombenangriffe in verschiedene Häuser
einzubrechen. Er ist aber nicht in der Lage genügend zu Essen aufzutreiben.
Außerdem muss er Setsuko oft allein lassen, dadurch verschlechtert sich
Setsukos Zustand weiter. Als sie sich, auf Grund der Unterernährung, kaum noch
rühren kann, will Seita ein letztes mal losgehen um das gesamte Ersparte der
Mutter, zum kauf von Lebensmitteln, abzuheben. Als er aber davon zurückkehrt,
ist Setsuko schon zu geschwächt und er kann sie nicht mehr vor dem Tod retten.
Der Film basiert auf dem halb-autobiographischen Roman von Akiyuki
Nosaka, der meint das es eigentlich eine Art Doppelselbstmordgeschichte in der
Shinjuutradition (Teil des Joururi-Spauspiels von Chikamatsu Monzaemon aus dem
feudalen Japan) ist. Shinjuu soll was mit dem Konflikt zwischen der Loyalität
zur Gesellschaft und der zu sich selbst zu tun haben. Also ehrlich gesagt habe
ich keine Ahnung davon. Vielmehr hab ich das von einer anderen Review
abgeschrieben. Wer mehr darüber wissen will was Nosaka sich so bei dieser
Geschichte gedacht hat und was Shinjuu ist, sollte sich die Hotaru...-Seite, die
ich auf
der Anipike gefunden hatte, ansehen. Das, was ich dort gelesen habe, war wirklich interessant. Der Stolen, in dem die
beiden hausen, soll zum Beispiel eine mittelalterliche Familiengruft (Yokoana)
sein. Und bei den Bomben, mit denen die Amerikaner Kobe bombardiert haben,
handelte es sich um M-69 (Napalm). Das hat aber eigentlich nur
nebensächliche Bedeutung, den das bemerkenswerte an diesem Anime sind vor allem
die sensible Darstellung der Charaktere. Man hat wirklich das Gefühl es mit
realen Personen zu tun zu haben. Regisseur, Takahata Isao, beweißt bei der
Umsetzung der Romanvorlage viel Einfühlungsvermögen und zeigt hier das er ein
wahrer Meister in der Darstellung von Emotionen ist. Mit Abstand eine der besten
Darstellungen in einem Anime die ich bis jetzt gesehen habe. Sie wirkt zu keinem
Zeitpunkt übertrieben kitschig oder zu sentimental.
Ein weiterer Punkt, der zur
beabsichtigten, bedrückenden Atmosphäre des Films beiträgt,
ist das sehr realistische Charadesign von Kondo Yoshifumi. Viel liebe zum Detail
und eine ausgeprägte Mimik, die ebenfalls kaum besser hinzubekommen ist, machen
es wohl unmöglich nicht von dieser Story berührt zu werden. Das selbe gilt
für die Hintergründe, in ihrem Aufwand an Detailreichtum. Kein Wunder, ist
doch der Name des Studios von dem der Film produziert wurde Studio Ghibli, das
mit diesem Anime ein weiteres Meisterwerk ihrer Bilanz hinzufügen konnte. Und
sie bestätigen damit auch wiedereinmal ihren Ausnahmestatus im Animesektor, da bei der
Umsetzung, wie so oft, keine Kompromisse eingegangen worden sind. Es ist ihnen
gelungen die typische Atmosphäre, mit der auch japanische Realfilme, auf internationalen
Festivals, immer wieder begeistern können, zu erzeugen.
Dieser Titel ist einer, der drei
Animes, über den 2. Weltkrieg, die ich bis jetzt gesehen habe. Und er ist unter
diesen auf alle Fälle der Beste. Der Titel wurde in Japan zu erst in einem Double-Feature, mit Miyazaki
´s My Neighbor Totoro,
gezeigt. Das ist nicht verwunderlich, da der Titel eine dermaßen Schwere Kost
ist, das man danach erst mal etwas Leichtere braucht, um nicht in eine chronische
Depression zu fallen. Die Sache könnte aber auch einfach nur so gewesen sein, das die
beiden Filme zufällig zur selben Zeit fertiggestellt wurden. Tatsache ist das
Grave of the Fireflies emotional sehr anstrengend ist und das die Macher hier einmal
beweisen, das dies auch mit dem Medium Zeichentrick zu realisieren ist.
Normalerweise schreibe ich an dieser Stelle auch was die AnimaniA zu dem Titel
meint, aber seltsamerweise ist bis heute kein Artikel in der Zeitschrift zu diesem Titel erschienen. (Ist doch klar warum. Der Film ist wesentlich
anspruchsvoller, als all das was von "OVA-Films" bisher so
veröffentlicht wurde, und das wären $$ die man an irgendeinen Konkurrenten
verlieren würde und außerdem [Klopf - Klopf] ...oh, das muss
meine Pizza sein. Hat ja lange genug gedauert.... [KA-POW ... KA-POW,KA-POW]...
(Ja, ja, ich hab's ja immer gesagt. Leg dich nie mit einer fanatischen Gesinnungslobby an))
Wo war ich stehen geblieben, ach ja. Auf alle Fälle lief der Film auf
Arte, die in letzter Zeit erstaunlich viel über japanische Popkultur gebracht
haben. (Der Film "Samurai Fiction" ist wirklich wärmstens zu empfehlen)
Aber dies ist, wie am Anfang schon erwähnt, nach Robot Carnival
erst der zweite
Anime (japanischer Zeichentrickfilm) der auf Arte zu sehen war. Das adelt den
Film, für mich zumindest, irgendwie. Doch auch wenn das jetzt verwundert, gebe
ich diesem Anime nicht seine 5 Punkte. Der Film ist zwar, als Anime, nicht
besser zu machen, aber die Geschichte ist eigentlich nicht so richtig für einen
Anime geeignet. Es wurde versucht so Realitätsnah wie möglich zu sein. Die
Möglichkeiten des Zeichentrick werden nur zu einer möglichst genauen Imitation
der Realität benutzt, und das ist dann auch mein großer Kritikpunkt. Es ist ein
Animationsfilm der als Realfilm noch wesentlich mehr Intensität haben würde,
wenn er denn mit den gleichen Ambitionen gemacht wäre. Des weiteren ist es zwar ein Antikriegsfilm, aber eben ein
Japanischer, und das heißt, das man auf die Schuldfrage, wie so oft, nicht so
recht eingeht. Natürlich handelt es sich um Zivilisten und ein Einzelschicksal,
aber es waren schließlich die Japaner die hier Wind gesät haben, man vergisst
dass vielleicht manchmal ein bisschen. Da das in Japan teilweise noch ein echtes
Tabuthema ist, hält man sich, was das angeht, auch eher zurück. Ich
weiß zwar nicht ob das Grund genug ist, gleich einen Punkt abzuziehen, aber das ist nun mal meine
Meinung. Der Film ist unglaublich gut, aber nicht genial.
Dies
ist übrigens einer der Wenigen Titel, den ich mir nicht gekauft habe. Aber wenn ich ihn
gekauft hätte, wäre es sicher die auf dieser Seite abgebildete englische
dubbed Version gewesen. Tatsache ist aber das die englische dubbed Version, die einzigste
ist,
die ich bisher nicht gesehen habe. Und deswegen kann ich über sie auch keine Aussage
machen. Es ist aber auch, bei diesem Film, gar nicht notwendig auf die englische
oder sogar die originale Version zurückzugreifen, denn dank Arte haben wir eine
hervorragend deutsch synchronisierte Version vorliegen. Diese Review ist also
durchaus auf der Basis einer dubbed Version geschrieben worden, nur eben diesmal der Deutschen. Falls
jemand den Film schon immer mal sehen wollte, und die Ausstrahlung auf Arte
verpasst hat, hat er wirklich etwas verpasst, denn ich weiß nicht ob Arte ein
Video davon herausgebracht hat oder ob die Version eventuell von jemand anderen vertrieben wird. Die deutsche Synchronisation auf Arte
war bisher die beste deutsche Synchronisation, für einen Anime, die ich bis
jetzt gehört habe (Akira, Wicked City, Plastic Little (VOX), diverse
Aduldanimes aus der Videothek). Genaugenommen würde ich mich nicht mit
englischen oder untertitelten Versionen auseinandersetzen wenn alle deutschen
Synchros so wären wie diese, aber das ist nun mal reines Wunschdenken. Also noch mal,
mein herzliches Beileid an all diejenigen, die den Film verpasst haben. Die
englische und die untertitelte Version gibt es von Central Park Media, bisher
nur in den Staaten. Der Roman von Nosaka soll bisher noch nicht außerhalb
Japans erschienen sein. So habe ich es zu mindest letztens in der Leserbriefecke
der AnimaniA gelesen ("Sie wissen also durchaus das der Film
existiert").
Titel: Grave of the Fireflies (Hotaru no Haka)
Produktion: © 1988 Akiyuki Nosaka/ Shinchosha Co.
Spieldauer: 90 min
Version: dubbed, NTSC
Distributor: © 1992 Central Park Media Corporation
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