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Roujin-Z

           Titel:    Roujin-Z (Rôjin Z)
Produktion:    © 1991 Tokyo Theaters Co., Inc./The Television Inc./Movic Co., Ltd./
   
                TV Asahi/Sony Music Entertainment (Japan) Inc.
 Spieldauer:    80 min
      Version:    dubbed, PAL, 15
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

Review 008, vom 29. 09. 00

    Roujin-Z, was so viel bedeuten soll wie der Alte "Z", ist ein Anime-Spielfilm von Katsuhiro Otomo. Der war, durch "Akira", lange Zeit, der bekannteste Mangaka außerhalb Japans. Heutzutage, glaube ich, hat sich dass, selbst in "der Szene", doch etwas gewandelt. Das wird vor allem auch durch den äußerst geringen Bekanntheitsgrad dieses Films deutlich, was wohl an dem sinkenden Anspruch im allgemeinen liegt. Warum sich dem Risiko aussetzen, einen anspruchsvollen Film zu produzieren, wenn man mit 08/15 genauso viel Kasse machen kann. Ich möchte hier lieber nicht weiter darauf eingehen, vielleicht mal an anderer Stelle. Kommen wir lieber zu diesem Film, der einiges zu bieten hat.
    "Im Jahr 2020, wird ein viertel der japanischen Bevölkerung über 65 sein, der höchste Anteil an Rentnern, in der Bevölkerung, unter den industrialisierten Nationen." Auf dieser Prognose wurde die Idee zu diesem Anime aufgebaut. Wer jetzt eine melancholische Geschichte erwartet, sieht sich gewaltig getäuscht. Zu beginn lernen wir Kijuro Takazawa kennen der etwas unzufrieden ist, weil er ins Bett gemacht hat. Da er sich, durch sein fortgeschrittenes Alter, nicht mehr selber helfen kann, muss sich unsere Hauptfigur, die Medizinstudentin Haruko (realy a nice appearance (du sagst es, geiler Hintern) Halt die SCHNAUZE! (... ich glaube, wir müssen uns unbedingt mal ernsthaft unterhalten, ich meine was das anhimmeln von nichtexistierenden Fantasiecharakteren angeht)), also sie muss sich jedenfalls, auf den Weg machen. Außerdem werden wir Zeuge eines Meetings in dem ein neues Projekt zur Lösung des Pflegeproblems genehmigt wird. Das alles erfährt man während des Vorspanns und damit können die Spiele, sozusagen, beginnen. Haruko ist bei ihrem Patienten zu Hause angekommen, als es auch gleich an der Tür pocht, und zwei freundliche Herren, die wir bereits im Vorspann kennen gelernt haben, eintreten. Sie haben auch gleich einen Krankenwagen mitgebracht und transportieren den Alten einfach, ohne große Erklärungen, ab. Kurz darauf erfährt Haruko von der Präsentation eines neuen Apparates, bei der ihr ehemaliger Patient, Mister Takazawa, als Versuchskaninchen herhalten muss. Auf dieser Präsentation wird dann eine Art Bett vorgestellt, dass sich vollautomatisch um alle Bedürfnisse des Patienten kümmert, ohne das er das Bett dabei verlassen muss, waschen, Toilette, essen oder Bewegungstherapie aber auch jede Art von Unterhaltung, sprich: Fernsehen, Videospiele, Kommunikation. Dabei ist es sogar möglich eine virtuelle Person nach den Wüschen des Patienten zu erschaffen, falls er sonst niemanden zum reden hat. Und neben einer kompletten medizinischen Überwachung ist das Bett auch noch absolut Katastrophensicher (Vulkanausbrüche, Sturm, Überschwemmung etc.). Das Herzstück dieses Apparates, namens Z-001, ist ein neu entwickelter Supercomputer, der das alles erst möglich macht. Haruko ist von dem ganzen leicht geschockt, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wieder zurück, bei ihren Kommilitonen, bekommt sie, über den Computer, Hilferufe von Takazawa. Und schon macht sie sich mit ihrer Clique auf, den Alten zu retten. Sie brechen ins Krankenhaus ein und versuchen..., na ja irgendwas eben. Dabei werden sie dann auch erwischt, aber das ist noch nicht das Ende. Nach einem kurzem Handgemenge macht sich das Bett auf einmal selbstständig und bewegt sich aus dem Krankenhaus. Leider kommen sie nur bis zum ehemaligem Haus von Takazawa, bevor sie wieder geschnappt werden. Als Strafe muss Haruko im Unikrankenhaus Dienst schieben, wo sie auf ein paar alte Hacker trifft, die ihr dann helfen, sich in den Z-001-Computer einzuloggen, um den Alten Takazawa etwas aufzuheitern. Das klappt besser als sie sich das vorgestellt hat, denn als sie eine Simulation der Stimme von Takazawas verstorbener Frau überträgt, kommt es zu einer eher ungewollten Entwicklung. Der Supercomputer, in Z-001, kreiert eine virtuelle Persönlichkeit seiner Frau, und von da an geraten die Dinge vollends außer Kontrolle. Am nächsten Morgen macht sich das Bett mit Takazawa dann auf den Weg zum nahegelegenen Strand. Was folgt ist eine Odyssee durch die Stadt, bei der sich Z-001, der die Persönlichkeit von Takazawas Frau angenommen hat, alles einverleibt was ihn so in die Quere kommt und vorwärts bringt, Elektrogeräte, Autos, bis hin zu Bulldozern (Tetsuo the Iron Man-like). Um das jetzt hier etwas abzukürzen, reicht es wohl wenn ich sage, dass es zum Schluss einen Haufen Schrott gibt, da Z-001 auch noch gegen eine Militärversion, von sich, antreten muss.

    Man kann wirklich sehen das der Meister hier gewirkt hat. Eine Idee die wahrlich ihres Gleichen sucht, im Anime -Einheitsbrei. Wie schon angedeutet, bekommt man auch eine sehr anspruchsvollen Umsetzung dieser Idee geboten. Denn obwohl alles natürlich mit einem starkem Augenzwinkern inszeniert wurde, wirkt vor allem das Bett (Z-001), das Otomo, so wie ´s aussieht, selber entworfen hat, doch teilweise beängstigend gut durchdacht. Wenn man nicht wüsste das Otomo als Mangazeichner arbeitet, hätte man Angst, das er, zum Beispiel für Mitsubishi, bereits einen realen Prototypen entwirft. Aber auch wenn die Sozialkritik unübersehbar ist, handelt es sich doch hauptsächlich um eine Actionkomödie, bei der zum Schluss, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gigantischer Schrottberg angehäuft wurde. Und die Hauptcharaktere wurden diesmal nicht, wie üblich, aus dem örtlichen Kindergarten rekrutiert, was, zu mindest nach meiner Meinung, eine extra Erwähnung verdient. Haruko und ihre beiden Freundinnen wissen durchaus zu gefallen. Vor allem wie Haruko konsequent die Annäherungsversuche ihres Kommilitonen, ich nenne ihn hier mal einfach so, wie er meistens auch im Film genannt wird: "Arschloch", ignoriert, ist doch mal wirklich realitätsnah. Und wenn man schon so etwas wie einen "Lieblingscharakter" haben muss, ist es bei mir wohl Haruko. Ich finde übrigens nicht das "Arschloch" ein Arschloch ist, weil er sich, so verhält wie er sich nun mal verhält (wahrscheinlich hätte ich mich genauso verhalten). Er ist aus dem Grund ein Arschloch, weil er das Glück hat, sich mit 3 solchen..., aber lassen wir das.

    Kommen wir lieber gleich zum Charakterdesign. Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht bin, das Otomo hier nicht persönlich Hand angelegt hat. Die Charakterdesigns stammen von Hisashi Eguchi, der seine Arbeit, nach meiner Meinung, mehr als gut gemacht hat. Ich gebe es zu, dass ich nicht gerade ein Fan von Otomos Charakterdesigns bin. Roujin Z unterscheidet sich aber trotzdem, nur eben etwas wohltuender, von den üblichen Designs. Neben Haruko und ihrer Clique, sind vor allem "die alten Säcke" hervorragend gelungen. Die Hintergründe sind so detailliert, das man sich sogar gedacht hat, das es keiner merkt, wenn man mal kurz ein reales Foto einbaut. Wo Otomo seiner Genialität wirklich freien lauf lassen konnte, ist beim Mechadesign, bei dem er, wie schon erwähnt, mit Z-001 wirklich eine Meisterleistung abgeliefert hat. Und auch wenn das, durch die Bilder auf dieser Seite, vielleicht nicht so richtig rüber kommt, ist der Film wirklich auf den höchsten Standards.

    Trotz meiner Begeisterung für diesen Titel heißt das nicht das ich meine Sterne einfach nur so verteile, denn der Schluss ist dann doch nicht mehr so genial, wie ich ihn mir gewünscht hätte, obwohl ich das ganz ganz zum Schluss durchaus wieder genial fand. Auf alle Fälle ist das ein Film, bei dem man mal gepflegt ablachen kann. Außerdem ist es möglich, den Film auch mal Leuten zu zeigen, die mit Anime vielleicht nichts am Hut haben, ohne am Schluss angesehen zu werden, als ob man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Besonders der Anfang, in dem oft das "A."-Wort fällt, ist wirklich enorm gut. "Das gute A." ist wohl auch daran schuld, das der Anime in Großbritannien mit 15 statt mit PG gerated wurde. Bereits in Ausgabe 3 "der Zeitschrift" stand in einer kurzen Review zu diesem Titel: "Auch wenn es kein zweiter Akira ist und auch nicht dessen Flair (bzw. das undefinierbare "Manga Feeling") besitzt: ein gelungenes Anime." Mir persönlich hat dieser Anime wesentlich besser als Akira gefallen, und zwar besonders was das Fehling angeht. (der der, in Ausgabe 17, die CD-ROM zu dem Titel vorgestellt hat, war übrigens auch dieser Meinung)

    So, zum Schluss noch die obligatorischen Infos zu diesem Film. Er basiert anscheinend nicht auf einem Manga. Die Originalstory wurde von Katsuhiro Otomo wohl, direkt für den Spielfilm, geschrieben. Die englische Synchro ist meiner Meinung nach hervorragend. Die untertitelte Version ist hier wirklich nur für Puristen interessant. Eine deutsche Version existiert bis Dato noch nicht. Die englische Synchro ist von Manga Video (UK) auf PAL und bei U.S. Manga Corps. auf NTSC zu bekommen. Die untertitelte Version ist bis jetzt bloß in den Staaten (ebenfalls bei U.S. Manga Corps.) erhältlich. Das war's auch schon. Also dann bis zur nächsten Review.

Meine Wertung: iria4.jpg (12247 Byte)

           Titel:    Roujin-Z (Rôjin Z)
Produktion:    © 1991 Tokyo Theaters Co., Inc./The Television Inc./Movic Co., Ltd./
   
                TV Asahi/Sony Music Entertainment (Japan) Inc.
 Spieldauer:    80 min
      Version:    dubbed, PAL, 15
Distributor:    © 1994 Manga Entertainment Ltd.

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