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Titel: Venus Wars (Venus Senki)
Produktion: © 1989 Kugatsusha/ Gakken Co. Ltd/ Shochiku Co.
Ltd/ Bandai Co. Ltd
Spieldauer: 104 min
Version: dubbed, PAL, PG
Distributor: © 1992 Manga Entertainment Ltd.
Review 001, vom 06. 12. 99
Beginnen wir mit einer kurzen Inhaltsangabe. (Ich bitte um Nachsicht,
da das meine erste Review ist.) Der Planet Venus kollidiert im Jahr 2003 mit einem Kometen,
in der Größe eines Planeten. Das gibt die Möglichkeit zum Terraforming, da
die Venus sich, günstiger Weise, ihrer giftigen Atmosphäre entledigt und der Komet genügend
Gefrorenes für eine Neue mitbringt. Als die Menschheit das
mitbekommt, dauert es
auch nicht mehr lange und sie siedeln sich auf der Venus an. Die Geschichte
beginnt 86 Jahre nach dem Einschlag des Kometen. Es existieren bereits urbane Städte in
denen man eigentlich genau wie auf der Erde lebt. Dummerweise kann
man sich über eine Vorherrschaft nicht einig werden. Und deswegen kommt es, wozu
es, bei großen Menschenmassen die sich uneins sind, meistens kommt, zu
Krieg. Die beiden feindlich gesinnten Staaten heißen hier Ishtar und Aphrodia.
Wobei zu beginn des Films Aphrodia von Ishtar durch einen Blitzkrieg besetzt
wird. Die Hauptperson ist das Mitglied eines jugendlichen Motorradrennteams in Aphrodia, das durch den Angriff von Ishtar während eines
Rennens überrascht wird. Die
Geschichte handelt dann hauptsächlich über die Aktionen, die er und seine
Freunde während der Besetzung so starten, um ihr Aphrodia wieder
zurückzuerobern.
Also gut. Die Story des Films
klingt vielleicht nicht gerade besonders originell,
aber die Art und Weise wie sie erzählt wird, ist dass entscheidende hier. Die
Darstellung des Krieges ist beängstigend gut gelungen, wie zum Beispiel durch die Sirenen und die
Flak
beim Angriff der Ishtartruppen. Der Film ist aber eigentlich kein
wirklicher Antikriegsfilm, denn die Fronten sind klar aufgeteilt. Aphrodia, das arme Opfer, sind die Guten und Ishtar, der
übermächtige Aggressor, die Bösen. Die Charaktere sind typisch
für japanische Zeichentrickfilme dieser Art. Der Held, mit dem
wirklich passenden Namen Hiro ("Hero"), ist der einsame Samurai. Dazu kommen unter
anderem noch die emotionale
und naive Maggie oder die willensstarke und zielstrebige Miranda, die sich natürlich beide
irgendwie zu dem Helden hingezogen fühlen. Dann haben wir noch den coolen Will und die
energische Sue, sowie ein paar, teilweise etwas unterbelichtet wirkende, Mitläufer. Ach,
und nicht zu vergessen, der böse General. Trotzdem
wirken die Charaktere irgendwie nicht so steif und eindimensional, wie bei den
meisten von diesen Filmen. Nehmen wir zum Beispiel den Helden. Er ist eigentlich
ein echter Kotzbrocken: arrogant, selbstgerecht und stur, so wie die Jugend nun mal ist. Ich habe mich sofort wiedererkannt. Auch die Darstellung der Korruption und der "Hauptsache
ich rette meinen Arsch" -Einstellung, der Politiker und Beamten von Aphrodia, kommt sehr gut rüber.
Und um mal auf den SiFi-Aspekt des Films zu kommen. (Ist die Venus ein
Planet der sich zum Terraforming eignet?) Also eigentlich galt
die Venus, durch ihre Größe, schon immer als erdähnlichster Planet Nummer eins in unserem Sonnensystem. Das
mit den 500 Grad Celsius, der Atmosphäre aus der es
Schwefelsäure regnet und dem enorm hohen Druck sind zwar Sachen die ihn für
den Menschen vollkommen unbrauchbar machen, aber durch so ein kosmisches
Ereignis könnte sich das ja durchaus ändern. Deswegen ist die
Entscheidung, hier die Venus und nicht den Mars als Schauplatz zu nehmen,
durchaus durchdacht. Und deswegen ist das
ganze, trotz des Hollywood-Showdowns und des etwas überlangen Epilogs,
durchaus interessant und sehenswert. (natürlich ist der Zeitraum in dem die
Besiedelung stattgefunden haben soll völlig absurd)
Apropo Sehenswert, kommen wir zu den wirklichen stärken des Films. Der Film ist
nämlich keine billige TV oder OVA Serie sondern ein richtiger Spielfilm. Das heißt:
mehr Bilder pro Sekunde, hervorragend umgesetzte -Hintergrund, -Mecha und -Charakterdesigns, kein Recycling. Die einrädrigen Motorräder
oder die Panzer und die Transportflugzeuge von Ishtar fand ich
echt genial. Es gibt auch keine Standbilder oder diese seltsamen
Einstellungen in denen nur die Augen wackeln. Die Emotionen wurden richtig animiert und kommen auch
gut rüber. Ein weiteres Highlight sind die Explosionen, die wirklich
beeindruckend sind. Das einzigste was ich
aber nicht so richtig verstehe, sind die Szenen mit den real gefilmten
Landschaften, gegen Ende des Films.
Das wirkt meiner Meinung nach irgendwie billig. Als ob die Crew für die Hintergründe am Schluss
des Films einfach keine Lust mehr hatte und man sich dann was anderes
einfallen lassen musste. Man könnte es aber natürlich auch als originellen Effekt
betrachten. Also ich fand das nicht besonders einfallsreich, aber na gut, nennen wir es künstlerische Freiheit und
Schwamm drüber.
Trotz meiner kleinen Kritik finde ich das der Film
absolut empfehlenswert ist. Ich weiß zwar nicht ob ich meiner Meinung hier so ganz
trauen kann, da dieser Film der erste Anime gewesen ist den ich gesehen habe. Es
könnte sich also auch um eine Art von Nostalgie handeln. Aber ich weiß das, ich
jetzt schon einige (um es mal vorsichtig auszudrücken) Animes gesehen habe, ich mir den Film heute trotzdem noch ansehen kann und ich sagen muss
das ich ihn immer noch gut finde. Die AnimaniA hatte den Film, in einer kurzen
Review in Ausgabe 5, übrigens auch als empfehlenswert begutachtet. Ein Grund, warum der Film so gut geworden ist, könnte
vielleicht auch darin
liegen, dass derjenige der den original Manga gezeichnet hat auch die
Verantwortung für den Anime übernehmen konnte (Yoshikazu Yasuhiko), was ja nicht
selbstverständlich ist. Also mein Urteil über den Anime ist jedenfalls auch, empfehlenswert.
Die Version, die ich gesehen hab, war die englisch synchronisierte
PAL-Fassung. Es ist
nichts an ihr auszusetzen, außer vielleicht wenn Maggie in Tränen ausbricht, dass hört sich
irgendwie ein bisschen zu amateurhaft und eher unfreiwillig komisch an. Ach,
und am Anfang des Films wurde eine
Szene verpixelt (die Leibesvisitation von Sue bei ihrer Ankunft). Außer der englisch
synchronisierten PAL-Fassung gibt es auf NTSC auch noch eine
untertitelte Version mit der japanischen original Synchro und sogar auch eine
deutsch synchronisierte PAL-Fassung. Die PAL - Kassetten sind von Manga
Entertainment, die NTSC - Tapes von U.S. Manga Corps. (es würde
mich mal interessieren ob bei den anderen Fassungen die Anfangsszene auch
verpixelt ist) Für die
deutsche Version würde ich, da ich sie nicht kenne, natürlich nicht
meine Hand ins Feuer legen. Denn eine gute Synchro ist eine schwierige Sache.
Und bei den deutschen Synchros, für Animes, die ich kenne würde man mit
Sicherheit kein Fan werden, es sei den man ist erst 6 Jahre alt.
Der Manga ist unter anderem bei Dark Horse in
englisch und bei Ehapa auf deutsch erschienen.
Titel: Venus Wars (Venus Senki)
Produktion: © 1989 Kugatsusha/ Gakken Co. Ltd/ Shochiku Co.
Ltd/ Bandai Co. Ltd
Spieldauer: 104 min
Version: dubbed, PAL, PG
Distributor: © 1992 Manga Entertainment Ltd.
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